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Mit Songs wie "Walk the line", "Folsom Prison" bis "Hurt" prägte Johnny Cash mehrere Generationen. Er kämpfte mit seiner Drogensucht - und kam zurück. Trotz Schmerzen und Atemproblemen nahm Cash kurz bis vor seinem Tod 2003 neue Lieder auf - heute wäre er 80 Jahre alt geworden.
Von Julia Hummelsiep, HR-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Der "Man in black" - Johnny Cash im Ryman Auditorium in Nashville, Tennessee. (undatierte Aufnahme) ]
"Hello, I´m Johnny Cash" - diese Begrüßung war sein Markenzeichen. Von seinem ersten Auftritt bis zum letzten war dies immer das Erste, was seine Fans von ihm hörten. Sie war sein Markenzeichen genau wie die ausschließlich schwarze Kleidung bei seinen Konzerten.
1955 begann die Geschichte der Legende Johnny Cash, erzählte er selbst auf einem seiner letzten Konzerte. Es ist eine Geschichte des musikalischen Erfolgs und des persönlichen Absturzes. Cash wurde in den 1960er Jahren drogensüchtig - doch später wieder clean. Und er erlebte als 62-Jähriger musikalisch ein beeindruckendes Comeback.
"Es war genau wie in den 1950ern, diese Aufregung. Ich hatte Freiheiten, konnte Musik machen genau wie ich das wollte", erzählte Johnny Cash in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen. Das war 1996, zwei Jahre nach Erscheinen des ersten Albums der Reihe "American Recordings".
[Bildunterschrift: Cash schaffte ein beeindruckendes Comeback. ]
Der junge Hiphop- und Metal-Produzent Rick Rubin holte Cash zu seinem Label. "Wir machen das, was Du willst. Ich will das Beste aus Dir herausholen", soll Rubin damals zu Cash gesagt haben. Daraufhin hätten sie den Deal gemacht. "Ich saß dann mit meiner Gitarre bei ihm im Wohnzimmer und habe meine Liste von 200 Songs runtergespielt. Und wir haben aufgenommen", so Cash. Daraus entstand das erste Album in Cashs Vermächtnis. Die insgesamt sechsteilige Reihe "American Recordings" präsentiert eigene Songs, aber auch zahlreichen Cover-Versionen - etwa von U2, Tom Petty und Depeche Mode.
"Ich habe da so viele Songs genommen, aus den verschiedensten Musikrichtungen, und sie zu meinen eigenen Liedern gemacht", sagte Cash. So coverte er 2002 auch den Song "Hurt", ursprünglich gespielt von der Industrial-Rockband "Nine Inch Nails". Für das dazugehörige Musikvideo gab es 2004 einen Grammy und im vergangenen Jahr kürte es das britische Musik-Magazin "New Musical Express" gar zum besten Video aller Zeiten.
[Bildunterschrift: Cash mit seiner großen Liebe, Ehefrau June Carter (v.l.) sowie Kindern und Schwiegersohn bei der Grammy-Verleihung 1990. ]
Das erlebte Johnny Cash nicht mehr. Er starb am 12. September 2003 an den Folgen seiner Diabetes-Erkrankung. In seinem letzten Interview mit dem MTV-Moderator Kurt Loder antwortete Cash auf die Frage, ob er Angst vor dem Tod habe: "Ich glaube, mein Leben ist bald vorbei. Ich bin 71 Jahre alt." Das war drei Wochen vor seinem Tod.
Bis zuletzt nahm er für seine "American Recordings" auf - obwohl er durch seine Krankheit bereits seit Jahren unter Atemproblemen litt, wie Cash 2002 in einem Interview mit dem US-Talkmaster Larry King erzählte. Früher habe er die Töne immer auf Anhieb getroffen, das sei nun anders, so Cash. Er müsse nun hart an den Aufnahmen arbeiten. Seine unvergleichliche Stimme wurde in seinen letzten Jahren brüchig, doch trotzdem sang er bis zum Schluss. Auch seinen, wie Cash selbst sagte, größten Hit: "Walk the line."
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