Jihadi-John | Bildquelle: REUTERS

Pentagon zum Angriff auf IS-Henker "Jihadi John" mit hoher Wahrscheinlichkeit tot

Stand: 13.11.2015 18:10 Uhr

Der als "Jihadi John" bekannte Henker der Terrormiliz "Islamischer Staat" ist offenbar tot. Es sei "so gut wie sicher", dass er bei einem US-Drohnenangriff in Syrien getötet wurde, teilte das Pentagon mit.

Der aus Enthauptungsvideos der Terrormiliz "Islamischer Staat" berüchtigte Mörder "Jihadi John" ist nach Angaben des Pentagon so gut wie sicher tot. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums sagte, das Fahrzeug des Extremisten sei bei einem US-Drohnenangriff nahe der IS-Hochburg Rakka in Syrien voll getroffen worden. Eine letzte Bestätigung des Todes stehe zwar aus, aber man sei sich "vernünftigerweise sicher".

Als Henker in zahlreichen IS-Videos zu sehen

"Jihadi John" - der mit bürgerlichem Namen Mohammed Emwasi heißt - soll als Henker in IS-Videos zu sehen sein, die unter anderem die Enthauptungen der US-Journalisten Steven Sotloff und James Foley, des US-Entwicklungshelfers Abdul-Rahman Kassig, der britischen Entwicklungshelfer David Haines und Alan Henning sowie des aus Japan stammenden Journalisten Kenji Goto zeigen. In den Aufnahmen der Terrormiliz trat Emwasi meist vermummt, in schwarzer Kleidung und mit einem überdimensionalen Messer auf und sprach Englisch mit britischem Akzent.

Der spanische Journalist Javier Espinosa, der selbst mehr als ein halbes Jahr in der Gewalt des IS war, beschrieb Emwasi als blutrünstigen Psychopathen, der seine Gefangenen damit gequält habe, dass er ihnen Enthauptungen in allen Einzelheiten geschildert habe. Die Geiseln hätten ihn wegen seines Akzents nach dem früheren Beatles-Mitglied John Lennon "Jihadi John" genannt.

Jugend in London

Im Februar wurde Emwasi identifiziert, Experten bestätigten dies später. Doch zog ein früherer Anwalt von Emwasis Vater dies in Zweifel und erklärte, es gebe keine Beweise dafür. Emwasi wurde in Kuwait geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in einer armen Gegend in Dschahra, ehe er noch als Junge nach Großbritannien zog, wie Medien unter Berufung auf syrische Aktivisten berichteten. Er ging in London zur Schule und studierte später Informatik an der University of Westminster.

2013 verließ er das Land Richtung Syrien. Er soll Mitte 20 sein. Die britischen Geheimdienste hatten Emwasi schon seit mindestens 2009 im Visier, damals wurde er mit Terrorakten in Somalia in Verbindung gebracht. Allerdings konnten die britischen Behörden ihn nicht an der Ausreise nach Syrien hindern.

Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Die Informationen der Beobachtungsstelle lassen sich nicht unabhängig überprüfen.  

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