Flugzeug von innen. | Bildquelle: dpa

Neue Erfindung Die Maske gegen den Jetlag

Stand: 09.11.2017 11:32 Uhr

Es ist das Reisen gegen die Zeit, vor allem gegen die innere Uhr - um den Jetlag zu überwinden, greifen viele zu Alkohol oder Schlafmitteln. Ein kalifornisches Unternehmen hat nun eine Maske erfunden, die besser helfen soll.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Sie sieht aus wie die Schlafmasken, die man hin und wieder auch im Flugzeug bekommt. Der einzige Unterschied nach genauerem Hinsehen ist: Sie ist deutlich dicker. Und sie wirkt, sagt Vanessa Burns, die Co-Gründerin und Chefin von Lumos, dem Startup, das die Maske erfunden hat: "Wir erzeugen während des Schlafes kurze Lichtimpulse und tricksen damit den Körper aus. Er denkt, er sei in einer neuen Zeitzone, bevor man dort eigentlich ankommt.  Ist man dann  tatsächlich da, hat man keinen Jetlag mehr."

Die NASA zeigt Interesse

Klingt komplizierter, als es in Wirklichkeit ist. Und es soll kein Schmu sein. Die Wirkung der Maske ist wissenschaftlich bestätigt. Sogar die NASA hat sich an dem Startup beteiligt, weil das Raumfahrtunternehmen die Technologie künftigen Astronauten ins Weltall mitgeben will.

Vanessa Burns
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Vanessa Burns hat die Maske mit entwickelt

Die Idee kam der jungen Biologin, als sie an der Stanford Universität an ihrer Doktorarbeit schrieb. "Ich hab mich damit beschäftigt, wie sich dauerhafter Stress auf unser Gehirn auswirkt. Ein großer Stressfaktor für viele Menschen ist zum Beispiel Schlafentzug. Schlaf gehört zum Wohlbefinden, wir reden oft über Ernährung oder Fitness, aber Schlaf ist der dritte Baustein."

Gemeinsam mit ihrer Co-Gründerin Biquan Luo und dem Stanford-Professor Jamie Zeitzer suchten sie nach einer Möglichkeit, wie man diese Technologie für jeden nutzbar machen könnte - ohne dass man dazu ein Schlaflabor aufsuchen muss. Das Ergebnis liegt vor Burns auf dem Tisch. Im nächsten Jahr soll die Maske auf den Markt kommen, der Preis liegt bei umgerechnet rund 160 Euro. Und weil im Silicon Valley nichts ohne die beiden magischen "A"s geht - also App und Algorithmus - funktioniert die Maske nur im Zusammenspiel mit dem Handy, also einer App und Lichtimpulsen, die aus LED-Lichtern kommen.

Maske verschiebt die innere Uhr

Sie benutzen einen Algorithmus, der auf Basis der Studien an der Stanford Universität entwickelt wurde. Er sagt der Maske, wann der Körper im Schlaf Lichtimpulse benötigt. Man setzt die Maske auf und geht schlafen. Nachts sendet sie kurze Lichtsignale aus, die unseren Schlafrhythmus verschieben. "Diese Lichtimpulse stimulieren eine bestimmte Region in unserem Gehirn - bei geschlossenen Augenlidern, während wir schlafen. Sie werden im Abstand von neun Sekunden ausgesandt.  Um bis zu vier Stunden pro Nacht kann die Maske unsere innere Uhr verschieben", erzählt die 28-jährige Biologin.

Maske gegen Jetlag
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Maske gegen den Jetlag

Wenn man also von Kalifornien nach New York reist, setzt man die Maske die Nacht vor dem Flug auf. Kommt man dann in New York an, soll man keinen Jetlag haben. Fliegt man von Kalifornien nach Asien oder Europa, setzt man die Maske eine Nacht vor dem Abflug auf und dann ein bis zwei Nächte nach der Ankunft, um sich vollständig anzupassen. Wem die Maske zu teuer ist und wer nicht so häufig zwischen verschiedenen Zeitzonen jettet, dem empfiehlt Lumos-Chefin Burns Sonnenlicht. Und Schlaf. Nämlich dann, wenn es draußen dunkel wird.

Nie mehr Jet Lag - Die Wundermaske kommt
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
09.11.2017 09:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. November 2017 um 12:38 Uhr.

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