Israelische Polizisten vor einer Absperrung in Jerusalem | Bildquelle: AFP

Attentat in Jerusalem Polizei erschießt Angreifer am Tempelberg

Stand: 14.07.2017 08:55 Uhr

Bei einer Schießerei in Jerusalem sind mehrere Menschen verletzt worden. Die drei Attentäter eröffneten in der Nähe das Tempelbergs das Feuer, sie wurden von Sicherheitskräften erschossen. Die Polizei riegelte den Tempelberg ab und verbot die Freitagsgebete für Muslime.

In der Altstadt von Jerusalem haben drei Palästinenser auf israelische Polizisten geschossen und dabei mehrere Beamte schwer verletzt. Nach ihrer Flucht in Richtung des Tempelbergs seien die Angreifer getötet worden, teilte die israelische Polizei mit. Sie sprach von drei verletzten Polizisten.

Es war der erste derartig schwere Angriff mit Schusswaffen in Jerusalems Altstadt seit Jahren. Die Altstadt befindet sich in Ost-Jerusalem, das von Israel besetzt und annektiert wurde. Die Angreifer hätten in der Nähe des Löwentors zur Altstadt das Feuer eröffnet, drei Israelis verletzt und seien dann in Richtung der al-Aksa-Moschee geflohen, so die Polizei. Nach einer Verfolgungsjagd habe es auf dem Tempelberg, einen Schusswechsel mit der Polizei gegeben, bei dem die drei Täter ums Leben gekommen seien.

Polizisten stehen vor einem geschlossenen Tor | Bildquelle: REUTERS
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Die Polizei riegelte den Tempelberg ab.

Der Tempelberg - heilig für Juden und Muslime

Der Jerusalemer Tempelberg ist für alle drei monotheistischen Weltreligionen - das Judentum, das Christentum und den Islam - von großer Bedeutung. Für Juden gilt er als heiligste Stätte der Welt, für Muslime als drittheiligste nach Mekka und Medina. Der Berg ist in der Vergangenheit häufiger ein Krisenherd gewesen, auf dem es immer wieder zu Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern gekommen ist. Die Stätte wurde nach dem Angriff geräumt und sollte auch für die Freitagsgebete geschlossen bleiben, die für Muslime den religiösen Höhepunkt der Woche darstellen. Normalerweise kommen Zehntausende Gläubige aus Israel und dem Westjordanland zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg, um dort freitags zu beten.

Bei den Attentätern wurden nach Polizeiangaben zwei Gewehre, eine Handfeuerwaffe und ein Messer gefunden. Die Polizei ermittelt nun, wie sie es schaffen konnten, mit Waffen in die Altstadt einzudringen. Das Gebiet wird stark bewacht, vor allem an Freitagen. Besonders junge Palästinenser werden regelmäßig gestoppt und kontrolliert.

Seit Oktober 2015 wurden bei einer Gewaltserie in Israel und den Palästinensergebieten mehr als 280 Palästinenser, 42 Israelis und sieben Ausländer getötet. Bei der Mehrzahl der getöteten Palästinenser handelte es sich um erwiesene oder mutmaßliche Attentäter, die zumeist Messer für ihre Angriffe verwendeten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juli 2017 um 08:00 Uhr.

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