Teilnehmerin der Pride-Parade in Jerusalem | Bildquelle: AFP

Pride-Fest in Jerusalem Mit Regenbögen gegen den Hass

Stand: 03.08.2017 21:07 Uhr

In Jerusalem haben mehr als 20.000 Menschen für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen demonstriert - alles unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Vor zwei Jahren hatte ein ultraorthodoxer Jude eine Teilnehmerin erstochen.

Die Erinnerungen an die tragischen Ereignisse von vor zwei Jahren sind omnipräsent beim diesjährigen Pride-Fest in Israels Hauptstadt. Damals war ein strengreligiöser Jude bei der Parade der Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Jerusalem mit einem Messer auf die Teilnehmer losgegangen und hatte eine 16-Jährige erstochen.

Und so findet die diesjährige Parade unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt: Aus Furcht vor gewaltsamen Protesten oder möglichen Attentaten sperrte die israelische Polizei zentrale Straßen in der Stadt. Die Paradestrecke wurde teilweise mit Metallgittern abgesperrt, es gab nur wenige, streng kontrollierte Zugänge.

"Immer noch Hass, Ignoranz und Ablehnung"

Die Polizei nahm zwölf Verdächtige fest, unter ihnen ein mit einem Messer bewaffneter Mann. Noch vor der Veranstaltung war ein 33-jähriger Israeli in Haft genommen worden, weil er auf Facebook Drohungen in Verbindung mit der Parade veröffentlicht hatte. "Trotz der Fortschritte und Erfolge in unserem Kampf für eine tolerantere Gesellschaft ist unsere Gemeinde immer noch mit Hass, Ignoranz und Ablehnung konfrontiert", hieß es auf der Webseite der Veranstalter.

Teilnehmer der Pride-Parade in Jerusalem | Bildquelle: REUTERS
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Das Pride-Fest in Jerusalem findet bereits zum 16. Mal statt. Anders als im liberalen Tel Aviv, wo sich etwa 200.000 Menschen beteiligen, fällt die Parade in der israelischen Hauptstadt deutlich kleiner aus.

Insgesamt kamen mehr als 20.000 Teilnehmer, um für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen zu demonstrieren. Mit Regenbogenflaggen, dem Symbol der sogenannten LGBTQ-Bewegung, zogen sie durch die Straßen. Mehrere Teilnehmer trugen auch Bilder der 2015 erstochenen Shira Banki.

Schwerpunkt der Veranstaltung in diesem Jahr ist das Thema Religion. In Jerusalem leben viele konservativ eingestellte Juden, Christen und Muslime, die gleichgeschlechtliche Liebe als Verstoß gegen biblische Gebote ablehnen.

Am Rande der Parade protestierten in mehreren kleine Gruppen Dutzende Anhänger streng konservativer Gruppierungen und riefen: "Es ist nicht Stolz (Pride), es ist eine Abscheulichkeit!"

Hinweis der Redaktion: In dieser Meldung wurde ein Bericht zu dem Messerangriff auf die Gay Parade in Jerusalem vom Juli 2015 verknüpft. Diese Archivmeldung wurde versehentlich mit einem aktuellem Datum versehen. Wir haben den Fehler mittlerweile korrigiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2017 um 20:00 Uhr.

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