Ein israelischer Polizist inspiziert den Ort einer tödlichen Attacke durch Palästinenser in Jerusalem | Bildquelle: AP

Gewalt im Nahen Osten Israel verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Stand: 14.10.2015 08:39 Uhr

Angesichts der anhaltenden Gewalt darf die israelische Polizei arabische Viertel in Jerusalem abriegeln. Das beschloss das israelische Sicherheitskabinett. Bei mehreren Attacken hatte es am Dienstag mindestens drei Tote gegeben.

Um die anhaltende Gewalt gegen Israelis zu beenden, hatte Premierminister Benjamin Netanyahu "zusätzliche Maßnahmen" angekündigt. Nun sind sie da: Die israelische Polizei darf die arabischen Viertel in Ost-Jerusalem abriegeln. Das beschloss das israelische Sicherheitskabinett, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Nacht bekannt gab.

Die Polizei dürfe "im Fall von Spannungen oder Anstachelung zur Gewalt" Stadtviertel abriegeln oder eine Ausgangssperre verhängen. Zudem werde die Zahl der Polizisten und Soldaten weiter erhöht, die vor allem entlang der Sperranlage zum Westjordanland für Sicherheit sorgen sollen.

Schließlich habe das Sicherheitskabinett entschieden, dass es nach dem Abriss von Häusern palästinensischer Attentäter künftig verboten sein soll, auf denselben Grundstücken neue Häuser zu errichten. Auch könnten das Eigentum von "Terroristen" beschlagnahmt und die Aufenthaltsgenehmigung für Israel entzogen werden, so Netanyahu.

Situation in Israel droht zu eskalieren
nachtmagazin 00:00 Uhr, 14.10.2015, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Mindestens drei Tote am Dienstag

Am Dienstag waren bei einem Angriff in einem Linienbus in einem jüdischen Viertel des arabischen Ostteils Jerusalems zwei Fahrgäste getötet und drei weitere verletzt worden. Wenig später raste ein Palästinenser in einem von ultraorthodoxen Juden bewohnten Viertel Westjerusalems in eine Gruppe Wartender an einer Bushaltestelle. Dabei gab es einen Toten und einen Verletzten. Der Fahrer stieg danach aus seinem Fahrzeug und verletzte mehrere Menschen an der Bushaltestelle durch Messerstiche, bevor er selbst durch Schüsse verletzt wurde.

In Raanana nördlich von Tel Aviv griff zudem ein Palästinenser Passanten in der Nähe einer Bushaltestelle mit einem Messer an. Umstehende stürzten sich auf den Angreifer und überwältigten ihn, bevor die Polizei eintraf. Das Opfer und der Angreifer wurden verletzt.

Die USA veurteilten die "Terrorangriffe auf israelische Zivilisten" scharf. US-Außenminister Kerry rief Israelis und Palästinenser zur Ruhe auf. "Diese Gewalt und die Anstachelung zur Gewalt müssen enden."

Aufruf zum "Tag des Zorns"

Die Palästinenser waren von ihrer Führung zuvor zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen worden.

Bereits in den vergangenen Tagen war es zu einer Serie von Messerangriffen gekommen. Ein Streit um die Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Plateau des Tempelbergs in der Jerusalemer Altstadt hat die jüngste Gewaltwelle ausgelöst.

Die seit Monaten andauernden Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis hatten sich zugespitzt, nachdem am 1. Oktober im israelisch besetzten Westjordanland ein jüdisches Siedlerpaar getötet wurde. Die israelischen Behörden beschuldigen die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas der Tat.

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