Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Ist der Jemen zum Zentrum des Terrornetzwerks Al Kaida geworden? Der Nigerianer, der ein US-Passagierflugzeug sprengen wollte, wurde nach eigenen Angaben dort ausgebildet - und laut "New York Times" entsandte die CIA Agenten für den Anti-Terror-Kampf in das Land. Nach Ansicht von Experten ist der Jemen zur neuen Drehscheibe des Terrors im Nahen Osten geworden.
Von Peter Steffe, ARD-Hörfunkstudio Kairo, zzt. Jemen
[Bildunterschrift: Ein mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied spricht am 22. Dezember im Süd-Jemen vor Anhängern. ]
Steil zerklüftet, kaum kontrollierbar, mit zahlreichen Verstecken und schwer zugänglichen Bergregionen - das ist das optimale Rückzugsgebiet für das Terrornetzwerk Al Kaida. In weiten Teilen bietet der Jemen genau diese Voraussetzungen. Im Norden des Landes kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Truppen der sunnitischen Zentralregierung in Sanaa. Ein rechtsfreier Raum ist dort entstanden, der den Extremisten die Möglichkeit bietet, sich frei und weitgehend unbehelligt bewegen zu können.
Für politische Beobachter im Nahen Osten ist der Jemen inzwischen zu einer Art Drehscheibe für das Terrornetzwerk geworden: "Al Kaida ist im Jemen sehr stark vertreten, hat viele Verstecke im Land und ist verantwortlich für etliche Anschläge. Sie haben versucht, die Regierung einzuschüchtern, und werden es wieder tun", sagte Abdul al Iryani, politischer Analyst in Sanaa, dem dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira.
[Bildunterschrift: Dieses Bild stammt aus einem Video der Huthi-Rebellen und soll einen Luftangriff der saudi-arabischen Luftwaffe auf jemenitischem Gebiet zeigen. ]
Wie viele Extremisten sich insgesamt im Land aufhalten, ist nicht bekannt. Nach wie vor läuft die Finanzierung dieser Terroristen, laut al Iryani, über Spenden von wohlhabenden Privatleuten aus dem arabischen Raum. Das Geld kommt auch aus Staaten wie Saudi-Arabien, die schon seit Jahren den internationalen Terror auch auf eigenem Boden bekämpfen. Bei der Extremisten-Gruppe, die den Jemen offenbar als Rückzugs- und Ausbildungsgebiet gewählt hat, weil Afghanistan und Pakistan zu unsicher geworden sind, handelt es sich um Al Kaida auf der arabischen Halbinsel - ein Zusammenschluss von Extremisten, die vornehmlich aus Saudi-Arabien und aus dem Jemen stammen.
[Bildunterschrift: Tote Frauen und Kinder in der Region Abyan im Süden Jemens - sie wurden angeblich bei einem Angriff der jemenitischen Luftwaffe auf ein Al-Kaida-Lager getötet. ]
Erst kürzlich griff die jemenitische Luftwaffe, mit saudischer und amerikanischer Geheimdienstunterstützung, ein angebliches Ausbildungslager der Al Kaida an. Es gab mehr als 50 Tote, auch Frauen und Kinder. Wurde dort, in einem dieser Lager, auch Umar Faruk Abdulmutallab ausgebildet? Laut der Nachrichtenagentur Reuters sagte er gegenüber US-Ermittlern, er sei im Jemen von Al-Kaida-Angehörigen angeleitet worden und dort hätte er auch den Sprengstoff erhalten. Das legt diesen Schluss nahe. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sollen Anhänger von Al Kaida in einer Zeitschrift, die auf der arabischen Halbinsel erscheint, aufgefordert worden sein, ihre eigenen Bomben zu bauen. Die dafür notwenigen Zutaten seien einfach und billig zu haben, heißt es.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW