Mitglieder der Huthi-Rebellen mit ihren Waffen in der Hauptstadt Sanaa | Bildquelle: AP

Start der Friedensverhandlungen Brüchige Waffenruhe im Jemen

Stand: 15.12.2015 20:03 Uhr

Sieben Tage lang sollen die Waffen im Jemen schweigen, um Friedensgespräche der Konfliktparteien in der Schweiz zu ermöglichen. Doch bereits am ersten Tag erweist sich die Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland als brüchig. Offenbar wurden neun Menschen bei Gefechten getötet.

Seit Monaten versinkt der Jemen in einem Bürgerkrieg. Friedensgespräche unter Vermittlung der Vereinten Nationen sowie eine Waffenruhe sollen nun einen Ausweg aus dem Konflikt ermöglichen. Das Vorhaben gestaltet sich erwartungsgemäß schwierig - schon am ersten Tag soll es weitere Kämpfe gegeben haben.

Sieben Tage lang soll die einseitig ausgerufene Waffenruhe dauern, die um 12.00 Uhr (10.00 Uhr MEZ) in Kraft trat. Damit wollen die jemenitische Regierung und ihre regionalen Verbündeten die heute in dem Schweizer Ort Magglingen gestarteten Friedensgespräche unterstützen. Zugegen sind dabei eine Regierungsdelegation und Vertreter der schiitischen Huthi-Rebellen. Diese hatten sich im Vorfeld nicht zu der Feuerpause bekannt.

Die Gespräche in der Schweiz seien der erste wichtige Schritt bei dem Versuch, die Feindseligkeiten zu beenden und einen dauerhaften Frieden zu schaffen, erklärte der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed. Ein Scheitern der Friedensgespräche hätte für das Land und die Menschen katastrophale Folgen, warnte er. Erste Friedensverhandlungen - ebenfalls in der Schweiz - waren im Juni gescheitert.

Friedensgespräche sollen erste Wege aus Jemen-Konflikt ebnen
tagesschau 20:00 Uhr, 15.12.2015, Matthias Ebert, ARD Genf

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Tote bei neuen Gefechten

Mancherorts im Jemen war heute weiter Gefechtslärm zu hören, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Laut Armeekreisen und Ärzten wurden in der südwestlichen Provinz Taes sowie der östlichen Provinz Marib zwei Regierungssoldaten und sieben Zivilisten getötet. Ob die siebentägige Feuerpause damit hinfällig ist, ist noch unklar.

In dem bitterarmen Land tobt seit Monaten ein Bürgerkrieg. Seit März bombardiert im Jemen ein Bündnis aus arabischen Ländern unter Führung Saudi-Arabiens Stellungen der Huthi-Rebellen. Diese beherrschen große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Das sunnitische Saudi-Arabien wirft den Rebellen und ihren Verbündeten vor, vom schiitischen Iran unterstützt zu werden. Die schiitischen Rebellen kämpfen gegen Anhänger des jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Von dem Chaos in dem Land profitieren das Terrornetz Al-Kaida und andere Extremisten.

In dem Konflikt wurden UN-Angaben zufolge seit März mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen waren Zivilisten, mehr als 27.000 weitere wurden verletzt. Rund 2,5 Millionen Jemeniten wurden vertrieben, das ist ein Zehntel der Gesamtbevölkerung. Zudem sind große Teile der Infrastruktur im Jemen zerstört.

Die UN hatten zuletzt im November auf die verheerende humanitäre Lage im Land hingewiesen. Mehr als 14 Millionen Menschen haben demnach keinen gesicherten Zugang zur Gesundheitsversorgung. Und etwa 80 Prozent der Menschen im Land seien auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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