Mitglieder der Huthi-Rebellen mit ihren Waffen in der Hauptstadt Sanaa | Bildquelle: AP

Waffenruhe während Friedensgesprächen Eine Woche Atempause im Jemen

Stand: 15.12.2015 16:11 Uhr

Im Jemen ist eine siebentägige Waffenruhe in Kraft getreten - parallel zu Friedensgesprächen, die in der Schweiz stattfinden. Die Vereinten Nationen riefen die Konfliktparteien auf, die Waffenpause einzuhalten. Allerdings war mancherorts weiter Gefechtslärm zu hören.

Sieben Tage lang sollen die Waffen im Bürgerkriegsland Jemen schweigen. So lautet der Plan. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition teilte mit, seit 12.00 Uhr (10.00 Uhr MEZ) seien die Kampfhandlungen ausgesetzt. Die Feuerpause begann damit wie vereinbart. Mancherorts war allerdings weiter Gefechtslärm zu hören, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Mit der Waffenruhe wollen die jemenitische Regierung und ihre regionalen Verbündeten die heute parallel stattfindenden Friedensgespräche unterstützen, die in der Schweiz begannen. Sie finden statt zwischen einer Regierungsdelegation und den Huthi-Rebellen - unter Vermittlung der Vereinten Nationen.

Gespräche an geheimem Ort

Das Treffen der 24 Unterhändler findet an einem geheimen Ort statt. Vertreter anderer Staaten bleiben bei den Gesprächen außen vor. Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed rief die Konfliktparteien auf, die vereinbarte Feuerpause einzuhalten. Ein Scheitern der Friedensgespräche hätte für den Jemen und die Menschen katastrophale Folgen, warnte er. Erste Friedensverhandlungen - ebenfalls in der Schweiz - waren im Juni gescheitert.

Friedensgespräche sollen erste Wege aus Jemen-Konflikt ebnen
tagesschau 20:00 Uhr, 15.12.2015, Matthias Ebert, ARD Genf

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In dem bitterarmen Land tobt seit Monaten ein Bürgerkrieg. Seit März bombardiert im Jemen ein Bündnis aus arabischen Ländern unter Führung Saudi-Arabiens Stellungen der Huthi-Rebellen. Diese beherrschen große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Das sunnitische Saudi-Arabien wirft den Rebellen und ihren Verbündeten vor, vom schiitischen Iran unterstützt zu werden. Die schiitischen Rebellen kämpfen gegen Anhänger des jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Von dem Chaos in dem Land profitieren das Terrornetz Al-Kaida und andere Extremisten.

In dem Konflikt wurden UN-Angaben zufolge seit März mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen waren Zivilisten, mehr als 27.000 weitere wurden verletzt. Rund 2,5 Millionen Jemeniten wurden vertrieben. Zudem sind große Teile der Infrastruktur im Jemen zerstört. Die UN hatten zuletzt im November auf die verheerende humanitäre Lage im Land hingewiesen. Mehr als 14 Millionen Menschen haben demnach keinen gesicherten Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Jemen: Alexander Stenzel, ARD Kairo, über Bürgerkrieg und Friedensverhandlungen
15.12.2015

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