Jemen-Konflikt Angriffe von Huthis und Saudi-Arabien

Stand: 28.04.2018 17:32 Uhr

Im Jemen-Krieg hat es einen neuen Schlagabtausch zwischen den Huthi-Rebellen und Saudi-Arabien gegeben. Nach einem Luftangriff auf die Hauptstadt Saana schossen Huthis Raketen auf das Nachbarland ab.

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben nach eigenen Angaben acht Raketen auf die saudi-arabische Stadt Dschisan abgefeuert. Die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA bestätigte den Raketenbeschuss auf die Stadt im Süden des Königreichs. Vier Raketen seien von der Luftabwehr abgeschossen worden.

Der Zivilschutz teilte mit, er habe Informationen erhalten, denen zufolge Geschosssplitter einen Zivilisten getötet worden seien. Zwei Häuser und drei Fahrzeuge seien beschädigt worden. Der Fernsehsender der Huthis, Al-Massira, berichtete, die Raketen hätten ihre Ziele mit "großer Genauigkeit" getroffen. Die Huthis haben bereits mehrmals Raketen auf Saudi-Arabien abgefeuert, auch auf die Hauptstadt Riad.

Führer der Huthi-Rebellen in Sanaa getötet

Das saudi-arabische Fernsehen meldete indes einen Luftangriff der saudi-arabisch geführten Koalition auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa. Dabei seien zwei führende Mitglieder der Huthi-Rebellen getötet worden. Während der staatliche Fernsehsender von insgesamt mehr als 50 Toten sprach, zählte das in Dubai ansässige Nachrichtennetzwerk Al-Arabija 38 Tote einschließlich der beiden Huthi-Führungsmitglieder.

Den Berichten zufolge zielte der Angriff auf eine Sitzung ab, bei der die Trauerfeier für den kürzlich getöteten Rebellen-Führer Saleh al-Sammad vorbereitet werden sollte. Der Chef des Obersten Politischen Rats der Rebellen, faktisch die Nummer zwei der Aufständischen, war kürzlich bei einem Luftangriff des saudiarabischen Militärbündnisses auf seinen Konvoi getötet worden.

Bereits Tausende Tote

Die saudiarabisch dominierte Militärkoalition kämpft seit 2015 im Jemen gegen die Huthi-Rebellen, die seit Jahren weite Teile im Norden und Westen des Jemen beherrschen. Riad steht an der Seite des aus dem Jemen geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2015 wurden fast 10.000 Menschen getötet, die humanitäre Lage ist katastrophal.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. April 2018 um 11:00 Uhr und 12:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: