Kinder erhalten in Sanaa im Jemen Essensrationen von einer Hilfsorganisation. | Bildquelle: dpa

UN beraten über Jemen Hungersnot mit Millionen Toten befürchtet

Stand: 09.11.2017 09:03 Uhr

Der Konflikt im Jemen wird für die Bevölkerung zunehmend zur Katastrophe. Die UN warnen vor der weltweit größten Hungersnot seit Jahrzehnten. Saudi-Arabien müsse seine Blockaden beenden, andernfalls drohten die Helfer den Zugang zu den Hilfsbedürftigen zu verlieren.

Von Kai Clement, ARD-Studio New York

Vor wenigen Tagen erst ist Mark Lowcock aus dem Jemen zurückgekehrt. Es war seine erste Reise in das Bürgerkriegsland als neuer UN-Nothilfekoordinator. Nach einer vertraulichen Sitzung des Sicherheitsrates hat Lowcock nun vor einer dramatischen Entwicklung gewarnt. Es drohe eine Hungersnot, und zwar die größte, die die Welt seit Jahrzehnten gesehen habe, mit Millionen von Opfern. Größer als im Südsudan dieses Jahr, größer als in Somalia 2011.

UN warnen vor Hungerkatastrophe im Jemen
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.11.2017, Eric Beres, ARD Kairo

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Militärkoalition will Waffenlieferungen verhindern

Die UN und andere Helfer müssten deshalb sofort wieder die Flughäfen in Jemens Städten Sanaa und Aden nutzen können, zudem dürfe dieser Luftkorridor nicht erneut unterbrochen worden. Gleiches gelte für den Zugang über alle Seehäfen, forderte Lowcock.

Der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock | Bildquelle: AFP
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Der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock pocht darauf, dass Helfer weiter Zugang zum Jemen bekommen müssen.

Im Jemen kämpft eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens gegen die Huthi-Rebellen im Land. Die Koalition hatte am Montag angekündigt, alle Luft-, Land- und Seeverbindungen in den Jemen zu kappen, um iranische Waffenlieferungen an die Rebellen zu unterbinden. Zuvor hatten die Huthis einen Raketenangriff auf den saudi-arabischen Flughafen von Riad versucht. Er verurteile diesen abscheulichen Angriff, so Lowcock weiter, aber inzwischen sei der Jemen praktisch nicht mehr erreichbar.

Hunderttausende bereits von Cholera-Epidemie betroffen

Tief beunruhigend nannte der italienische Botschafter Sebastiano Cardi, der dem Sicherheitsrat derzeit vorsitzt, die humanitäre Lage. Der Sicherheitsrat unterstütze den Nothilfechef in seinem Appell.

Seit Jahren herrscht Bürgerkrieg im Jemen - und ein Stellvertreterkrieg der Regionalmächte. Die schiitischen Huthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt, der mit dem vorwiegend sunnitischen Saudi-Arabien um die Vorherrschaft in der Region kämpft. Nach UN-Angaben leben sieben Millionen Menschen am Rande einer Hungersnot, Hunderttausende haben sich demnach mit Cholera infiziert.

Jemen droht schlimmste Hungersnot seit Jahrzehnten
Kai Clement, ARD New York
09.11.2017 07:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. November 2017 um 09:00 Uhr.

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