Menschen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa betrachten die Einschlagsstelle einer Rakete, die von der saudi-arabischen Luftwaffe abgefeuert wurde. | Bildquelle: dpa

UN warnt vor Hungersnot im Jemen "Schlimmer als Somalia"

Stand: 09.11.2017 02:32 Uhr

Der UN-Nothilfekoordinator Lowcock warnt vor einer schweren Hungersnot im Jemen. Sollte die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die See- und Flughäfen blockieren, könnten Millionen Menschen nicht mehr ausreichend Nahrung erhalten.

Im Jemen sind wegen der saudi-arabischen Blockade nach Einschätzung der Vereinten Nationen die Leben von Millionen Menschen bedroht. Diese könnten verhungern, wenn die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die See- und Flughäfen weiter blockiere, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock in New York.

Zuvor hatte Lowcock den Sicherheitsrat über die aktuelle Lage in dem Land unterrichtet. "Es wird nicht wie die Hungersnot im Südsudan in diesem Jahr sein, wo Zehntausende Menschen betroffen waren. Es wird nicht wie die Hungersnot 2011 in Somalia sein, wo 250.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Es wird die größte Hungersnot sein, die die Welt seit vielen Jahrzehnten gesehen hat - mit Millionen von Opfern", sagte er.

Meldungen über Öffnung des Hafens in Aden

Im Anschluss an den Appell meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Militärallianz einem Insider zufolge den wichtigen Seehafen in der jemenitischen Stadt Aden wieder geöffnet hat. Die Sperre sei aufgehoben, so dass wieder normal gearbeitet werden könne, sagte demnach ein Hafenvertreter. Dies habe das Bündnis offiziell mitgeteilt.

Warum die Blockade aufgehoben wurde, war zunächst unklar. Aden ist jedoch weitgehend in den Händen der Kräfte, die von Saudi-Arabien unterstützt werden und die gegen die Huthi-Rebellen kämpfen.

Ein getroffenes Gebäude in der Nähe von Sanaa | Bildquelle: AFP
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Ein zerstörtes Gebäude in der Nähe von Sanaa. Im bettelarmen Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg.

Bürgerkrieg seit 2014

Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition hatte am Montag angekündigt, alle Luft-, Land- und Seeverbindungen in den Jemen zu kappen, um iranische Waffenlieferungen an die Huthis zu unterbinden.

Im bettelarmen Jemen im Süden der Arabischen Halbinsel tobt seit 2014 ein Bürgerkrieg. Schiitische Huthi-Rebellen und ihre Verbündeten haben große Teile des Landes überrannt. Ein saudi-arabisch geführtes Militärbündnis unterstützt die international anerkannte Regierung des Jemen und bombardiert seit rund zweieinhalb Jahren Stellungen der Rebellen aus der Luft. Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. November 2017 um 04:43 Uhr.

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