Die UN-Geberkonferenz für den Jemen am Sitz der Vereinten Nationen in Genf | Bildquelle: AP

Geberkonferenz in Genf Eine Milliarde für den Jemen

Stand: 25.04.2017 18:13 Uhr

Alle zehn Minuten stirbt im Jemen ein Kind an Hunger oder Krankheit. Dieses Leid im Bürgerkriegsland will die Weltgemeinschaft mit Spenden lindern. Rund eine Milliarde Euro kam in Genf zusammen.

Die Vereinten Nationen haben auf einer internationalen Geberkonferenz für den Jemen etwa die Hälfte des Geldes zugesagt bekommen, das sie für die Unterstützung der unter Krieg und Hunger leidenden Menschen gefordert hatten. Die Teilnehmerstaaten versprachen in Genf, rund eine Milliarde Euro zur Verfügung zu stellen. Die Bundesregierung beteiligt sich mit insgesamt 105 Millionen Euro an humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres nannte das Ergebnis einen bemerkenswerten Erfolg. Er hatte zum Auftakt des Treffens um rund zwei Milliarden Euro gebeten und an das Gewissen der Weltgemeinschaft appeliert: "Wir erleben das Verhungern und die Verkrüppelung einer ganzen Generation." Er sei zuversichtlich, dass die gesamte Summe bis Jahresende zusammenkomme, sagte Guterres.

Jemen-Geberkonferenz: UN schnürrt neues Hilfspaket
tagesschau 20:00 Uhr, 25.04.2017, Wolgang Wanner, ARD Genf

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Alle zehn Minuten stirbt ein Kind

Etwa 17 Millionen der 26 Millionen Jemeniten fehlt es an Lebensmitteln, mindestens drei Millionen Kinder sind unterernährt. Alle zehn Minuten stirbt ein Kind an Hunger oder Krankheit. Zudem tobt seit drei Jahren ein Bürgerkrieg. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz kämpft gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi gestürzt haben.

Entwicklungsminister Gerd Müller erklärte, ohne sofortige Hilfe der internationalen Gemeinschaft seien Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. "Deutschland sorgt dafür, dass defekte Trinkwasserpumpen instandgesetzt werden. So erreichen wir die Menschen auch unter schwersten Bedingungen und helfen, die Grundversorgung aufrechtzuerhalten." Die Geberkonferenz sei ein wichtiges Signal, dass die Welt den Menschen im Jemen zur Seite stehe, sagte Müller.

Bürgerkrieg im Jemen

Der Jemen gilt als das Armenhaus der Arabischen Halbinsel. Er gehört weltweit zu den Ländern, die am stärksten auf Nahrungsmittelimporte angewiesen sind. 2015 rebellierten die schiitische, politisch-militärische Bewegung der Huthi gegen die sunnitische Regierung.
Die Huthis übernahmen die Kontrolle in der Hauptstadt Sanaa und kontrollieren auch große Teile des Nordwesten Jemens, wo ihre Hauptsiedlungsgebiete liegen. Die USA beschuldigen den Iran, die Huthi-Rebellen zu unterstützen, was Teheran bestreitet. Die international anerkannte jemenitische Regierung von Präsident Abed Rabboo Mansur Hadi floh in die südjemenitische Hafenstadt Aden.
Im März 2015 startete eine von Saudi-Arabien angeführte Militärallianz Luftangriffe auf die Huthis. Der Allianz gehören neben Saudi-Arabien auch Ägypten, Bahrain, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Marokko, Sudan und Senegal an. Logistische Unterstützung leisten die USA, Frankreich und Großbritannien.
Bei den Luftangriffen wurden immer wieder auch zivile Ziele wie Krankenhäuser, Schulen und Wohngebiete getroffen. Es gibt daher immer wieder Vorwürfe von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ein UN-Mandat für ihre Angriffe hat die Allianz nicht.
In dem seit zwei Jahre tobenden Bürgerkrieg sind nach UN-Angaben bereits mehr als 7700 Menschen getötet und über drei Millionen im eigenen Land vertrieben worden.

Oxfam enttäuscht

Hilfszusagen machten auch die USA und arabische Länder. Ebenso wolle die Schweiz und Schweden helfen, beide Länder hatten zusammen mit den UN die eintägige Konferenz einberufen. Das Rote Kreuz beschloss, sein Budget für den Jemen in diesem Jahr auf rund 83 Millionen Euro zu verdoppeln.

Die Hilfsorganisation Oxfam zeigte sich enttäuscht, dass nicht mehr Geld zusammenkam. "Die Weltgemeinschaft hat das Volk Jemens im Stich gelassen", teilte sie mit.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. April 2017 um 15:00 Uhr.

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