UN-Geberkonferenz für den Jemen in Genf | Bildquelle: REUTERS

UN-Geberkonferenz Zwei Milliarden für die Menschen im Jemen

Stand: 03.04.2018 15:07 Uhr

Seit drei Jahren herrscht ein Stellvertreterkrieg im Jemen. Um das Leid der Zivilbevölkerung zu lindern, haben die UN auf ihrer Geberkonferenz viel Geld eingenommen - einen Großteil jedoch von zweifelhaften Spendern.

Mit zwei Milliarden US-Dollar (1,62 Milliarden Euro) hilft die internationale Gemeinschaft, die dringendste Not im Bürgerkriegsland Jemen zu lindern. Das ist das Ergebnis einer UN-Geberkonferenz in Genf. "Das ist ein bemerkenswerter Erfolg", sagte UN-Generalsekretär António Guterres. Es sei fast doppelt so viel Geld zugesagt worden wie bei der Geberkonferenz 2017. Er sei auch zuversichtlich, dass noch fehlende Mittel im Lauf des Jahres eingesammelt werden könnten. Als Ziel hatten die UN im Vorfeld drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) für 2018 genannt.

Seit drei Jahren Bürgerkrieg

Guterres mahnte erneut dringend eine baldige politische Lösung des Konflikts an. "Vor allem brauchen wir einen ernsthaften politischen Fortschritt", sagte Guterres, der die Konfliktparteien zu Verhandlungen aufforderte. In dem bitterarmen Land auf der arabischen Halbinsel tobt seit mehr als drei Jahren ein verheerender Bürgerkrieg, der mehr als 10.000 Todesopfer gefordert hat.

Rund 22 der etwa 27 Millionen Einwohner des Jemen sind nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA auf Hilfe angewiesen, vor allem auf Lebensmittel und medizinische Versorgung. Es gebe mehr als eine Million Cholera-Fälle. "Der Jemen ist die weltweit schlimmste humanitäre Krise", sagte Guterres zum Auftakt der Konferenz. 8,4 Millionen Menschen wüssten nicht, wo sie ihr nächstes Essen herbekommen sollten. Viele hätten keinen Zugang zu sauberem Wasser. Fast drei Millionen Kinder unter fünf Jahren seien unterernährt, kritisierte der UN-Generalsekretär. "Alle zehn Minuten stirbt ein Kind aus vermeidbaren Gründen." Aber mit internationaler Unterstützung könnte verhindert werden, dass das Land in eine langfristige Tragödie schlittere.

Humanitäre Krise im Jemen spitzt sich weiter zu
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.04.2018, Daniel Hechler, ARD Kairo

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Zweifelhafte Großspender

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben laut UN 930 Millionen Dollar versprochen. Die EU will für das laufende Jahr weitere 107,5 Millionen Euro bereitstellen. Menschenrechtsorganisationen beurteilten die rekordverdächtige finanzielle Hilfe durch die Kriegsparteien Saudi-Arabien und VAE jedoch zwiespältig. Beide Staaten spielten eine zentrale Rolle bei der Entstehung und beim Verlauf des Konflikts, sagte Tirana Hassan, Krisen-Expertin von Amnesty International. Sie sollten mehr tun, als ihre Scheckbücher zu zücken. Sie müssten auch die Zahl der Opfer unter den Zivilisten verringern sowie die Hilfslieferungen erleichtern.

UN-Geberkonferenz für den Jemen in Genf | Bildquelle: AFP
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Saudi-Arabien spendete besonders viel Geld - jedoch nicht ganz uneigennützig, wie Beobachter kritisieren.

Im Jemen kämpft eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition mit Luftangriffen gegen einen Aufstand der schiitischen Huthi-Rebellen. Dadurch wurden große Teile der Infrastruktur zerstört. Außerdem werden immer wieder Zivilisten Opfer der Angriffe. Saudi-Arabien wirft den Huthis vor, vom Iran unterstützt zu werden. Das sunnitsche Saudi-Arabien ist ein Erzfeind der schiitischen Regionalmacht.

Bin Salman bestreitet Vorwürfe

Alle internationalen Bemühungen, den Konflikt durch Verhandlungen zu lösen, scheiterten bisher. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman wies Vorwürfe zurück, dass Luftangriffe seines Landes auf schiitische Rebellen die humanitäre Krise ausgelöst hätten. Sein Ziel sei es zu verhindern, dass "Extremisten" dort Fuß fassten, sagte er der US-Zeitschrift "The Atlantic".

Staaten spenden zwei Milliarden Dollar für den Jemen
Vera Wolfskämpf, ARD Zürich
03.04.2018 17:04 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 03. April 2018 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 15:00 Uhr.

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