Karte: Jemen

US-Militär greift Al Kaida an Dutzende Tote bei Kämpfen im Jemen

Stand: 29.01.2017 13:34 Uhr

Bei Kämpfen in zwei jemenitischen Provinzen sind Dutzende Menschen getötet worden. US-Truppen attackierten mutmaßliche Al-Kaida-Verbündete im Zentrum des Landes. Im Südwesten gab es heftige Zusammenstöße zwischen der Armee und Huthi-Rebellen.

US-Soldaten haben im Jemen nach Angaben von Sicherheitsbeamten und Stammesvertretern drei mutmaßliche ranghohe Al-Kaida-Anführer getötet. Der überraschende Angriff bei Morgendämmerung in der zentraljemenitischen Provinz Bajda war die dritte derartige US-Bodenoperation gegen Al Kaida in dem Land.

Bei der Attacke seien Abdul-Rauf al-Dhahab, Sultan al-Dhahab und Seif al-Nims getötet worden, meldet die Nachrichtenagentur AP. Die Al-Dhahab-Familie gilt als Verbündete der Al Kaida. Stammesvertreter erklärten, die Amerikaner seien auf der Suche nach dem Al-Kaida-Anführer Kassim al-Rimi gewesen und hätten mindestens zwei nicht identifizierte Personen gefangen genommen.

Es gibt unterschiedliche Angaben, wie viele Menschen insgesamt bei der Operation getötet wurden. Die US-Soldaten hätten rund zwei Dutzend Männer getötet oder verletzt, unter ihnen einige anwesende Saudis, meldet AP. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet hingegen unter Berufung auf örtliche Behördenvertreter von fast 60 Todesopfern. Unter den Toten seien mehr als 40 mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer sowie Frauen und Kinder.

US-Militärvertreter gaben auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP keinen Kommentar zu dem Einsatz ab. Man prüfe den Bericht. Al Kaida auf der Arabischen Halbinsel wird seit langem von Washington als einer der gefährlichsten Ableger des Terrornetzwerks betrachtet. Die Gruppe nutzte das Chaos des 2014 begonnenen Bürgerkriegs aus und nahm Territorien im Süden und Osten des Landes ein.

Schwere Kämpfe zwischen Huthi und Armee

Bei schweren Gefechten und Luftangriffen im Südwesten des Jemen wurden unterdessen laut Angaben von Militärangehörigen und Ärzten binnen 24 Stunden mehr als hundert Menschen getötet. Mindestens 90 Kämpfer der Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten sowie fast 20 Regierungssoldaten seien getötet worden. Bei den Kämpfen in der Region Mocha ging es den Angaben zufolge um die Kontrolle über Küstenregionen am Roten Meer.

Im Jemen gibt es seit Anfang 2015 einen Bürgerkrieg zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und den Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Seitdem wurden mehr als 7400 Menschen getötet. Die UN fordern eine Waffenruhe, damit dringend benötigte humanitäre Hilfe ins Land gelangen kann, sowie politische Gespräche über ein Ende des Konflikts.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Januar 2017 um 15:00 Uhr

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