Zerstörung in Sanaa (Jemen) | Bildquelle: AFP

Friedensgespräche gescheitert Keine Feuerpause für den Jemen

Stand: 19.06.2015 18:55 Uhr

Die Erwartungen an die Jemen-Friedensgespräche waren von Anfang an nicht hoch und das hat sich nun auch bewahrheitet: Es gibt keine Feuerpause, nicht einmal einen Termin für neue Gespräche. Denn im Jemen droht laut UN eine humanitäre Katastrophe.

Von Fortschritten spricht der UN-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed. Doch die UN-Friedensgespräche der Konfliktparteien im jemenitischen Bürgerkrieg in Genf sind gescheitert: Es gab keine Einigung auf eine humanitäre Feuerpause. Ein Termin für weitere Gespräche stehe noch nicht fest, sagte der UN-Sondergesandte. Doch die Tatsache, dass die Konfliktparteien überhaupt in Genf zusammengekommen seien, sei schon ein Erfolg.

Die diskutierte Feuerpause hätte vorgesehen, dass sich die Rebellen aus den von ihnen eingenommenen Städten zurückziehen sollen. Zugleich sollte die von Saudi-Arabien geführte Koalition ihre Luftangriffe einstellen.

Un-Sondergesandter Ahmed | Bildquelle: AFP
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Friedensgespräche ohne neuen Termin vertagt - der UN-Sondergesandte Ahmed verkündet das Scheitern in Genf.

Zivilisten bei Luftangriffen getötet

Die Koalition setzte während des Tages ihre Luftangriffe fort. Dabei seien nicht nur Huthi, sondern auch erneut Zivilisten getötet worden, berichteten jemenitische Behörden und Augenzeugen mit. Angriffe erschütterten demnach auch die Hauptstadt Sanaa, die im Süden des Landes liegende Hafenstadt Aden sowie die Provinzen Lahdsch und Juf. Es war allerdings nicht möglich, die Angaben zu prüfen.

In dem blutigen Konflikt zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Rebellen und den Kräften, die loyal zu dem nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi stehen, sind bereits mehr als 2600 Menschen getötet worden. Eine Million Menschen flohen.

Genfer Friedensgespräche für Jemen sind gescheitert
H.-J. Maurus, ARD Zürich zzt. Genf
19.06.2015 20:49 Uhr

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Humanitäre Katastrophe droht

Die Vereinten Nationen warnten vor einer humanitären Katastrophe in dem Land. Die Organisation erhöhte die Schätzung für den Hilfsbedarf auf rund 1,4 Milliarden Euro. Inzwischen seien vier Fünftel der Gesamtbevölkerung von 21 Millionen Menschen auf Hilfe von außen angewiesen, sagte der Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung der humanitären Hilfe, Jens Laerke, in Genf. Millionen Menschen hätten kein sauberes Wasser und erhielten keine Gesundheitsversorgung. Es breiteten sich Krankheiten wie das Dengue-Fieber und Malaria aus.

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