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Unglück in Japan

Mehrere Tote bei Tunneleinsturz

Ein Tunnel bei Tokio ist zur Todesfalle für mehrere Autofahrer geworden: Beim Einsturz des Bauwerks auf Dutzenden Metern Länge sind in Japan nach Polizeiangaben wahrscheinlich mehrere Menschen ums Leben gekommen. Nach Medienberichten brach in dem Tunnel auch ein Feuer aus.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Tunneleinsturz in Japan
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Bilder einer Überwachungskamera zeigen den Schaden.

Es ist ein Szenario, das eigentlich nicht eintreten darf. Zuerst fallen V-förmig Teile der Deckenverschalung eines Tunnels herab, dann fängt ein Fahrzeug Feuer. Die Menschen fliehen zu Fuß aus der rund 4,5 Kilometer langen Röhre. Die Feuerwehr bringt den Brand zwar schnell unter Kontrolle, aber zurück bleiben verkohlte Leichen in einem Kleinbus, die erst später geborgen werden können.

Die örtliche Polizei geht von mindestens fünf Toten aus. Kurzzeitig müssen die Rettungskräfte ihre Arbeit einstellen, weil weitere Teile der Verschalung einzustürzen drohen. "Es sind Betonteile auf meine Fahrbahn heruntergefallen. Ich weiß nicht, ob von der Decke oder der Wände. Alles ist zusammengestürzt", berichtet ein Augenzeuge. Eine Frau erzählt: "Es hat eine Explosion gegeben und wir waren alle in großer Aufregung. Dann sind wir so schnell wie möglich aus dem Tunnel nach draußen geflohen. Es war schrecklich."

Starker Ausflugsverkehr im Tunnel

Tunneleinsturz in Japan
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Mit schwerem Gerät sollen die Toten geborgen werden.

Dieses Unglück ereignete sich heute Morgen im Sasago-Tunnel etwa 80 Kilometer entfernt vom Tokioter Stadtzentrum. Die betroffene Chuo-Autobahn führt westlich in die Berge. Gerade an einem Sonntag ist sie von Ausflüglern stark frequentiert. Der Tunnel hat zwei Röhren für die unterschiedlichen Fahrtrichtungen.

Bisher ist nicht klar, warum sich die Betonverschalung auf einer Länge von mindestens 50 Metern gelöst und auf die zweispurige Fahrbahn gefallen ist. Mehrere Fahrzeuge wurden direkt von den Trümmern getroffen, darunter auch der Kleinbus. Zwei Frauen konnten sich leicht verletzt aus der Röhre in Sicherheit bringen.

Ein Mann schaffte es mit seinem von den Trümmern beschädigten Auto den Tunnel auf der anderen Seite zu verlassen. "Ich bin an ungefähr zehn Autos vorbeigefahren, als die Decke einstürzte", berichtet er. "Ich habe richtig beschleunigt und versucht, den Trümmern auszuweichen. Nach mir ist kein anderes Auto mehr herausgekommen."

Straße weiter nicht passierbar

Der Abschnitt der Autobahn ist noch immer gesperrt. Japans Hauptinseln sind von zahlreichen Bergketten durchzogen, so dass der Straßenbau extrem viele Tunnel erfordert. Die meisten der japanischen Autobahnen sind mautpflichtig und werden von privaten Firmen betrieben. "Wir entschuldigen uns aufrichtig bei all unseren Kunden", so ein Verantwortlicher der zuständigen Firma auf einer Pressekonferenz. "Derzeit gelten all unsere Bemühungen, bei der Bergung zu helfen."

Mehrere Tote nach Einsturz eines Straßentunnels bei Tokio
tagesschau 9:55 Uhr, 02.12.2012

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Um sicherzustellen, dass die Tunnel in Japan auch starken Erdbeben standhalten können, werden regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Erdbewegungen waren aber zur Zeit des Unglücks nicht gemessen worden. Der teilweise eingestürzte Sasago-Tunnel ist 1977 erbaut und erst in diesem Jahr komplett überprüft worden. Eine staatliche Untersuchung soll helfen die Ursache aufzuklären.

Stand: 02.12.2012 14:12 Uhr

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