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16.03.2010

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Hunde-Übersetzer: Was sagt des Japaners bester Freund?
Japanischer Hunde-Übersetzer

Was sagt des Japaners bester Freund?

In Japan gibt es mehr Hunde als Kinder unter neun Jahren. Daher wird es höchste Zeit für die Spielzeughersteller, sich neue Zielgruppen zu erschließen. Ein Versuch ist der "Bowlingual Voice". Er soll das Miteinander von Hund und Herrchen erleichtern, indem er übersetzt, was Hund bellt.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Der "Bowlingual Voice" und der Hund des Korrespondenten Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Bowlingual Voice" und der skeptische Hund des Korrespondenten. ]
Sie tragen Kleider, gehen ins Cafe und essen Kuchen oder entspannen in der Sauerstoffbar. Ein Teil der Hunde in Japan genießt ein durchaus menschlich-luxuriöses Leben. Jetzt soll der "Bowlingual Voice" auch die Kommunikation zwischen Mensch und Vierbeiner verbessern. "Bitte ruf meinen Namen" - so übersetzt ein in etwa babyfon-großes Gerät beispielsweise das Bellen von Hunden. Takara Tomy ist eigentlich ein japanischer Spielzeughersteller, aber angesichts sinkender Geburtenraten muss sich die Firma neue Zielgruppen erschließen.

Mehr Hunde als Kinder

So erklärt Takara Tomy-Mitarbeiter Hideoyuki Takahashi: "Man sagt, dass 20 Prozent der Japaner ein Haustier besitzen. Im Jahr 2000 hat ein regelrechter Boom eingesetzt." Die Zahl der Hunde betrage nun rund 13 Millionen. Demzufolge gebe es mehr Hunde als Kinder unter neun Jahren in Japan. Und dann kämen noch die ganzen Katzen hinzu. "Wir als Spielzeughersteller müssen uns auf die veränderte Situation einstellen und haben deshalb neben den Kindern auch am Klientel der Hunde- und Katzenbesitzer großes Interesse."

Die Anleitung des "Bowlingual Voice" Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Dann klappt´s auch mit der Liebe... ]
Takahashi ist bei Takara Tomy zuständig für den Bowlingual. Das Prinzip ist einfach. Der Hund bekommt einen kleinen Sender am Halsband befestigt, der auch ein Mikrofon enthält. Die Töne des Hundes werden digital an den Empfänger übermittelt und dort mit den abgespeicherten Geräuschen verglichen.

Er betont, dass die erste Version des Bowlinguals bereits 2002 auf den Markt gekommen ist. "Wir haben schon damals mit Professor Suzuki zusammengearbeitet, der 2000 Hunde-Laute für seine Datenbank gesammelt hatte. Jetzt sind es bereits 4000 Geräusche." Und diese würden noch einmal vom bekannten Tiermediziner Dr. Kogure analysiert. "Deshalb können wir beim Bowlingual Voice den Tonfall des Hundes einem bestimmten Gefühl zuordnen."

"Ich bin auch noch da" 

Am Gerät selbst kann man eingeben, wann der Hund geboren wurde, wie er heißt und ob es ein weibliches oder männliches Tier ist. Dementsprechend "übersetzt" dann eine Frauen- oder Männer-Stimme die Hundelaute. "Ich bin auch noch da", soll ein Hund zu seinen Füßen gerade gebellt haben. Takahashi legt Wert darauf, dass es sich beim Bowlingual nicht um einen klassischen Übersetzer handelt, weil Hunde eben keine Sprache sprechen, sondern dieser eine Interpretation der Gefühle des Hundes liefert.

100 kurze Sätze für 140 Euro

Sechs Kategorien stehen als Oberbegriffe zur Verfügung: glücklich, traurig, frustriert, ängstlich, fordernd und bedürftig. 100 kurze Sätze bietet der Bowlingual dann als Antworten an. "Lass das sein", übersetzt der Bowlingual diesmal bestimmt. Seit Ende August ist die neueste Version in Japan auf dem Markt und kostet umgerechnet etwa 140 Euro. Dafür kann man ihn auch als Hunde-Tagebuch verwenden oder über die Eingabeknöpfe in Form einer Hundepfote herausfinden, wie gut der eigene Hund eigentlich zu einem passt.

Auch eine Art Verhaltenslexikon gibt es, um das Schwanzwedeln oder die feuchte Nase des Haustiers besser interpretieren zu können. Der Satz: "ich bin kein Spielzeug", findet sich übrigens nicht im Repertoire des Bowlinguals.

Stand: 12.09.2009 12:50 Uhr
 

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