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Japan nimmt Ermittlungen auf
Messgeräte in Fukushima offenbar manipuliert
Bei den Aufräumarbeiten im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat es offenbar Vertuschungen über die tatsächliche Höhe der Strahlenwerte gegeben.
Der Präsident der Firma Build-Up, eines Subunternehmens der Betreibergesellschaft Tepco, räumte ein, dass ein Vorgesetzter die neun Arbeiter angewiesen habe, die Messgeräte mit Bleiplatten abzudecken, damit eine geringere Strahlung angezeigt werde. So konnten die Arbeiter länger in dem verstrahlten Kraftwerk eingesetzt werden. "Wir hätten das niemals tun sollen", sagte Takashi Wada dem japanischen Sender TBS.
Arbeiter mussten sich Messgerät teilen
Die japanische Regierung hatte die Obergrenze für eine Strahlenbelastung bei Notfällen nach dem Unfall vorübergehend mehr als verdoppelt, im Dezember aber wieder auf das ursprüngliche Niveau gesenkt. In den japanischen Strahlenschutzregelungen ist nunmehr ein oberer Grenzwert von 50 Millisievert pro Jahr oder 100 Millisievert über einen Zeitraum von fünf Jahren festgelegt. Das Gesundheits- und Arbeitsministerium hatte Tepco während der ersten Monate nach der Reaktorkatastrophe wiederholt wegen der laschen Kontrolle der zulässigen Strahlenbelastung für Arbeiter in Kernkraftwerken verwarnt. Demzufolge mussten Arbeiter sich teilweise ein Dosimeter noch teilen, auch lange nachdem der Engpass bei Strahlenmessgeräten behoben war.
Das Täuschungsmanöver soll nur eines von vielen sein, mit denen die Öffentlichkeit seit dem Erdbeben und anschließenden Tsunami im März vergangenen Jahres über den Reaktorunfall getäuscht wurde. Die japanischen Behörden nahmen die Ermittlungen auf.
Die AKW-Ruine von Fukushima
Bilder der Zerstörung - aufgenommen von ferngesteuerten Drohnen
Stand: 22.07.2012 12:31 Uhr
