Shinzo Abe auf einer Wahlkampfveranstaltung in Tokio | Bildquelle: AFP

Parlamentswahl in Japan Abe kann mit Sieg rechnen

Stand: 22.10.2017 02:49 Uhr

Ende September hatte Japans Ministerpräsident Abe Neuwahlen angekündigt - heute sind 106 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Trotz Skandalen kann Abe mit einem Sieg rechnen. Womöglich erreicht seine Koalition wieder die Zweidrittelmehrheit.

In Japan hat die vorgezogene Parlamentswahl begonnen. Die Liberaldemokratische Partei (LDP) von Ministerpräsident Shinzo Abe liegt in den Umfragen deutlich vorne. Der 63-Jährige warb für einen harten Kurs in der Nordkorea-Politik und für eine Fortsetzung seiner Strategie, die schwächelnde Wirtschaft mit Hilfe einer lockeren Geldpolitik und hohen Staatsausgaben anzukurbeln.

Nach einer Erhebung der Wirtschaftszeitung "Nikkei" könnte die LDP zusammen mit der Partei Komeito rund 300 von 465 Sitzen im japanischen Unterhaus gewinnen - und damit erneut eine Zweidrittelmehrheit erreichen. Abe würde sich so eine vierte Amtszeit sichern und Japan bis 2021 regieren können.

Wähler auf dem Weg ins Wahllokal in Tokio | Bildquelle: AFP
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Stürmisches Wetter begleitet die Menschen in Japan auf dem Weg ins Wahllokal.

Seit fünf Jahren an der Macht

Abe ist seit 2012 im Amt. Eigentlich hätte bis Ende 2018 keine Wahl stattfinden müssen. Abe zog die Wahl aber vor, nachdem sich seine wegen Skandalen gesunkenen Umfragewerte im Zuge der Nordkorea-Krise wieder erholt hatten. Zudem ist die Opposition zersplittert. Um Platz zwei konkurrieren die neu gebildete liberale Partei für Konstitutionelle Demokratie (PKD) sowie die neue konservative "Partei der Hoffnung".

In dem knapp zweiwöchigen Wahlkampf konnte die gespaltene Opposition die LDP nicht annähernd einholen. Mit Schließung der Wahllokale um 20.00 Uhr (Ortszeit, 13.00 Uhr MESZ) werden die ersten Prognosen zum Wahlausgang erwartet. Möglicherweise wird die Wahlbeteiligung gedrückt, weil Ausläufer eines Taifuns auf Japan zusteuern. Der Sturm "Lan" erreichte nach Behördenangaben im Pazifik südlich von Japan Geschwindigkeiten von mehr als 250 Kilometern pro Stunde. Meteorologen erwarten im Großteil des Landes Regenfälle und starken Wind.

Über dieses Thema berichtete am 22. Oktober 2017 Deutschlandfunk um 00:00 Uhr und die tagesschau um 04:55 Uhr.

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