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Viktor Janukowitsch, der Politiker aus der Ostukraine, hat sich schon zum zweiten Mal um das Präsidentenamt beworben - dieses Mal mit Erfolg. Beim ersten Mal wollte er sich noch vergeblich mit Fälschungen den Sieg erschleichen. Und seine Biografie hat weitere dunkle Flecken.
Von Stephan Laack, ARD-Hörfunkstudio Moskau
Der 59-jährige Vater von zwei Söhnen präsentiert sich gern volksnah und verweist dabei auf seine einfache Herkunft. Aufgewachsen ist Viktor Janukowitsch in der von Schwerindustrie und Bergbau geprägten Region Donezk im Osten des Landes. Er sieht sich als Mann, der mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist und als einer, der weiß, wie schwer das Leben einer Arbeiterfamilie ist.
So verweist Janukowitsch gern auf seine harte Jugend, als er nach dem Tod seiner Mutter bei der Oma aufwuchs: "Wir wohnten bei meiner Großmutter. Sie verdiente zwölf Rubel im Monat." Zwar habe sie früher mehr verdient und sei Ostarbeiterin in Deutschland gewesen, aber während des Zweiten Weltkrieges habe sie alle Dokumente verloren. Deshalb habe sie so wenig bekommen.
Sein berufliches Leben beginnt er als Schweißer, Elektriker und Mechaniker. Doch Janukowitsch droht sogar auf die schiefe Bahn zu geraten. Zwei Mal landet er als junger Mann wegen Überfällen und Körperverletzung im Gefängnis. Das ist ein dunkler Fleck in seiner Biographie, den er gerne ausklammert.
Doch er kann sich nach oben arbeiten, studiert, bekommt leitende Positionen in Betrieben und geht in den 90er Jahren in die Politik. 2004 wähnt er sich fast am Ziel. Der Vorsitzende der Partei der Regionen sieht bei den Präsidentschaftswahlen als der sichere Sieger aus. Doch Janukowitsch, dessen Kandidatur massiv vom damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt wurde, muss am Ende eingestehen, dass er das Ergebnis hat fälschen lassen. Die orange Revolution fegt ihn hinweg. Seine politische Karriere ist scheinbar am Ende.
Fünf Jahre später ist er wieder da. Die Ukraine liegt wirtschaftlich am Boden. Präsident Viktor Juschtschenko und Premierministerin Julia Timoschenko sind heillos zerstritten. Viele Wähler haben sich enttäuscht von den einstigen Hoffnungsträgern abgewandt. Diese Frustration nutzt Janukowitsch: "Ich weiss, dass die Menschen es satt haben. Sie glauben Timoschenkos Lügen nicht mehr. Sie haben fünf Jahre lang diese kostenlose Vorstellung des Kampfes von Juschtschenko gegen Timoschenko gesehen - lange genug."
"Die Ukraine den Menschen" lautet seine Losung im Wahlkampf. Doch wirklich geeignete Konzepte gegen die Wirtschaftskrise hat auch er nicht zu bieten. Er verspricht generös Familien und Rentnern bessere Sozialleistungen.
Der Wunsch nach Stabilität, aber auch die Entkrampfung der arg strapazierten Beziehungen zum großen Nachbarn Russland dürften ihm die Wähler in die Arme treiben. Anders als Timoschenko will Janukowitsch "das Russische" in der Ukraine künftig wieder stärker betonen. Schließlich ist der Osten des Landes russisch geprägt. So könnte Russisch wieder Amtssprache werden. Von einem NATO-Beitritt der Ukraine hat er sich deutlich distanziert: "Die Ukraine ist ein unabhängiger Staat, der seine Politik so aufbauen muss, dass sich unsere Nachbarn komfortabel fühlen und für sie keine Gefahr darstellen."
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