Indonesische Polizisten bereiten sich auf eine Patrouille vor | Bildquelle: AFP

Anschlag in Jakarta Landesweite Razzien nach Anschlag in Indonesien

Stand: 15.01.2016 09:45 Uhr

Nach dem Terroranschlag in Indonesiens Hauptstadt Jakarta fahndet die Polizei weiter nach Terroristen. Drei zuvor festgenommene Verdächtige sollen mit der Tat nichts zu tun haben. Bei den Anschlägen waren gestern zwei Zivilisten getötet worden.

Einen Tag nach dem Terroranschlag in Jakarta fahndet die indonesische Polizei im ganzen Land weiter nach mutmaßlichen Terroristen. "Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen an Regierungsgebäuden, Botschaften und Einkaufszentren verschärft", sagte der Sprecher der nationalen Polizei, Anton Charliyan. Landesweit werden Razzien durchgeführt.

Zuvor hatte es Meldungen gegeben, dass drei Verdächtige im Großraum Jakarta festgenommen worden waren. Inzwischen teilte Polizeisprecher Charliyan aber mit, dass sie mit der Tat nichts zu tun hätten. Es gebe keine Anhaltspunkte, die sie mit den Attentätern vom Donnerstag in Verbindung brächten.

Ansonsten erlebte Jakarta nach den Anschlägen einen ruhigen Abend und eine ruhige Nacht. Samsul Rizal betreibt einen kleinen Laden gleich an der Ecke, an der die Attentäter gestern zuschlugen: "Seit den Explosionen sind hier nur noch wenige Menschen unterwegs. Meine Kunden, die sonst immer kommen, haben die Gegend erst einmal verlassen."

Polizei fahndet nach weiteren Terroristen
tagesschau 12:00 Uhr, 15.01.2016, Philipp Abresch, ARD Tokio

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Fünf Angreifer hatten Sprengstoff und Waffen am Donnerstag ein Café und eine Polizeistation mitten im Zentrum der Millionenmetropole angegriffen. Zwei Täter sprengten sich nach Angaben der Polizei in die Luft, die anderen eröffneten das Feuer. Zwei Zivilisten kamen ums Leben. Drei Attentäter starben bei dem Schusswechsel mit der Polizei.

IS bekennt sich

Über die Identität der Angreifer machten die Behörden zunächst keine Angaben. Die für den Anschlag von Jakarta verantwortliche Gruppe ist nach Angaben der Polizei von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) finanziert worden. Gefördert worden seien die Extremisten vom Indonesier Bahrun Naim, der 2011 wegen illegalen Waffenbesitzes ein Jahr im Gefängnis gesessen habe, bevor er in Syrien für den IS gekämpft habe, sagte Polizeichef Badrodin Haiti. Der IS hatte sich gestern bereits wenige Stunden nach der Attacke zur Tat bekannt.

Landesweite Ermittlungen nach dem Anschlag in Jakarta
U. Schmidt, ARD Singapur
15.01.2016 10:19 Uhr

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Mit Informationen von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur.

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