Füße eines Erhängten (Bildquelle: dpa)

Amnesty- Bericht 2012 Rückschläge im Kampf gegen die Todesstrafe

Stand: 10.04.2013 04:03 Uhr

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Rückschläge im Kampf für eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe beklagt. 2012 hätten fünf Länder - Indien, Pakistan, Japan, Botswana und Gambia - nach einer Pause wieder Menschen hingerichtet, berichtete die Organisation. Dies seien "sehr bedauerliche Rückschläge", sagte Oliver Hendrich von Amnesty International in Deutschland.

Die Gesamtzahl der Hingerichteten sei 2012 im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben, die Zahl der zum Tode Verurteilten sei gesunken, die Zahl der Hinrichtungen im Vergleich zum Vorjahr um zwei gestiegen. Insgesamt wurden nach Berechnungen von Amnesty im Jahr 2012 in 21 Ländern mindestens 682 Menschen hingerichtet.

China hält die Informationen geheim

Dabei ist allerdings China nicht einbezogen. Das Land hält Informationen über die Vollstreckung der Todesstrafe geheim und taucht deshalb seit 2009 nicht mehr in der Amnesty-Statistik auf. Die Organisation geht davon aus, dass in China weiterhin jedes Jahr mehrere Tausend Menschen hingerichtet werden.

Daneben sind den Angaben zufolge der Iran, der Irak und Saudi-Arabien für drei Viertel der registrierten Hinrichtungen verantwortlich. Amnesty schätzt zudem, dass es im Iran zahlreiche weitere Vollstreckungen der Todesstrafe gab, die offiziell nicht bestätigt wurden.

Besonders kritisch beurteilte die Organisation, dass in Afghanistan, Weißrussland und weiteren Staaten Menschen aufgrund von erzwungenen Geständnissen zum Tode verurteilt würden. Im Irak, sowie im Iran würden solche angeblichen Schuldeingeständnisse im Fernsehen gezeigt.

China vollstreckt Todesstrafe weltweit am häufigsten
tagesschau 12:00 Uhr, 10.04.2013, Sabine Doppler, ARD London

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Trend zur Abschaffung der Todesstrafe "ungebrochen"

Als positive Entwicklungen verbuchte die Menschenrechtsorganisation die Abschaffung der Todesstrafe im US-Bundesstaat Connecticut sowie die Aussetzung von Hinrichtungen in Singapur. Auch in Vietnam sei die Todesstrafe 2012 nicht vollstreckt worden. Darüber hinaus plane Ghana deren Abschaffung. Grundsätzlich sei der Trend zur Abschaffung der Todesstrafe "ungebrochen".

Der einmal pro Jahr erscheinende Amnesty-Bericht gilt als weltweit zuverlässigste Quelle zur Todesstrafe. Die Zahlen basieren auf offiziellen Angaben und Schätzungen von Experten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. April 2013 um 05:30 Uhr.

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