Mick Jagger wird 70 Jahre alt Der älteste Teenager der Welt

Stand: 26.07.2013 02:42 Uhr

Der "Bad Boy" der Rockmusik feiert Geburtstag. Mick Jagger wird heute 70 Jahre alt und steht immer noch regelmäßig auf der Bühne. Seine unverwechselbare Stimme und der legendäre Hüftschwung wirken nach wie vor.

Von Torsten Huhn, ARD-Hörfunkstudio London

Mick Jagger singt beim Glastonbury Festival (Bildquelle: AFP)
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Mit fast 70 noch fit wie früher. Jagger sang im Juni beim Glastonbury Festival.

"Du fängst an Rock'n' Roll zu spielen, damit du Sex haben kannst und Drogen - und du endest damit, dass du Drogen nimmst, damit du Rock 'n' Roll spielen kannst und Sex hast."

Das ist ein typischer Satz von Mick Jagger, dem "Bad Boy" der Rockmusik, der wenig ausgelassen hat in seinem Leben, der unzählige Frauen- und Drogengeschichten hatte, aber gut überlebt hat, wie man vor einigen Wochen beim Glastonbury Festival in England sehen und hören konnte.

Mick Jagger rockte dort wie in alten Zeiten über die Bühne, im paillettenbesetzen Sakko, mit staksigem Schritt und seinem legendären Hüftschwung. Er hat eine Kondition, die für einen Mann seines Alters bewundernswert ist. Jagger hält sich fit, joggt viel und trinkt keinen Alkohol, wenn Konzerte anstehen.

The bad boy - Mick Jagger wird 70
T. Huhn, ARD London
25.07.2013 20:03 Uhr

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Der gierige Buchhalter des Rock

Er ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten, die der Rock 'n' Roll  hervorgebracht hat. Seine Stimme, seine Röhre, ist unnachahmlich - und seine Bühnenpräsenz außerordentlich.

Kritiker bezeichnen ihn abwechselnd als ältesten Teenager der Welt, als gierigsten Buchhalter des Rock, als Zyniker und Sex-Maniac. In diesem Monat traten die Stones zweimal im Londoner Hyde Park auf, vor jeweils 65.000 Zuschauern, die bis zu 1000 Euro für ein Ticket zahlten.

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Mick Jagger wird 70

Mick Jagger wird 70

70 Jahre wurde Mick Jagger am 26. Juli 2013 alt. Seit mehr als 50 Jahren fegt er bei den Auftritten der Rolling Stones über die Bühnen dieser Welt. Immer noch in glitzernden Klamotten und immer noch spindeldünn. Das Foto zeigt ihn bei einem Konzert in Glastonbury Ende Juni. Mit leichter Verspätung ist die Band zur Jubiläumstour aufgebrochen. (Bildquelle: AP)

"Man kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen"

Zu den Auftritten sagt Jagger, der nicht gerne über sich selbst Auskunft gibt: "Es ist sehr harte Arbeit, ein Konzert zu machen. Und was ich damit meine, ist: Es ist egal, ob es das erste Mal ist oder das 35. Man kann sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen."

Jagger wurde im Süden Englands geboren, er wuchs in einer bürgerlichen Familie auf, begann ein Studium an der renommierten London School of Economics. Aber das brach er ab, gründete zusammen mit dem Gitarristen Keith Richards, den er aus gemeinsamen Schulzeiten kannte, die Rolling Stones, das wilde Gegenstück zu den eher braven Beatles.

1962 hatten sie ihren ersten Auftritt. Zu seinem Dasein als Sänger sagte Jagger mal lapidar: "Es ist intellektuell nicht sehr anspruchsvoll, Rocksänger zu sein, aber man macht das Beste draus."

Erfolge gemeinsam mit Keith Richards

Zusammen mit Keith Richards schrieb Jagger die besten Stücke der Stones: Klassiker wie "Satisfaction", "Paint it Black", "Sympathy for the Devil" oder "Gimme Shelter".

50 Jahre Rolling Stones: Jagger Richards in den 70er (Bildquelle: AFP)
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Mit Keith Richards schrieb Jagger die besten Songs. Hier ein Foto aus den 70er-Jahren.

Das Verhältnis Jaggers zu Richards ist seit den 80er-Jahren nicht mehr das allerherzlichste. Der Gitarrist nahm dem Sängerkollegen, den er "Ihre Majestät" nennt, übel, dass er auf Solo-Pfaden wandelte, in seinen Konzerten aber gerne Stones-Titel spielte.

"Er hat damals angenommen, er sei größer als die Stones. Das hat mich erst geärgert und dann wütend gemacht", sagt Richards dazu.

Nur noch auf großen Bühnen

Mick litt nie unter mangelndem Selbstvertrauen. Manche sagen, er halte sich für einen Halbgott. In den vergangenen Jahren traten die Stones fast nur noch in Stadien und auf großen Festivals auf. Mick liebt die große Bühne.

Jagger vergleicht die Auftritte gerne mit bedeutenden Sportveranstaltungen: "Das hat viel mit deinem Selbstvertrauen zu tun. Du weißt, dass du es kannst, aber du musst es dir selbst beweisen."

Dieser Beitrag lief am 26. Juli 2013 um 07:12 Uhr auf SWR Info.

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