Chinas Raumfahrt holt auf Ein "Jadehase" fliegt zum Mond

Stand: 13.12.2013 20:57 Uhr

China will hoch hinaus. Als drittes Land der Welt will die Volksrepublik auf dem Mond landen. Der Rover "Jadehase" soll den Erdtrabanten drei Monate lang erkunden. Ein Raumschiff startete mit ihm an Bord jetzt ins All.

Von Ruth Kirchner, ARD-Hörfunkstudio Peking

Es war ein Bilderbuchstart, und das Staatsfernsehen war live dabei. Nachts um 1.30 Uhr Ortszeit hob die Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 3B" vom Weltraumbahnhof Xichang in Südwestchina ab, um das Raumschiff "Chang' e 3" ins All zu bringen.

19 Minuten später trat der Direktor des Raumfahrtbahnhofs Zhang Zhenzhong ans Mikrofon: "Das Raumschiff 'Chang' e 3' ist erfolgreich gestartet."

Chinas erste Mondmission gestartet
tagesschau 20:00 Uhr, 02.12.2013, Christine Adelhardt, ARD Peking

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Landung in der "Bucht der Regenbogen"

Zwei Wochen lang wird das Raumschiff unterwegs sein und zunächst den Mond umkreisen. Der Name "Chang' e" bezieht sich auf die Mondfee, die nach chinesischer Legende auf dem Erdtrabanten lebt.

Am 14. Dezember ist dann Chinas erste Mondlandung geplant: in der "Bucht der Regenbogen", die als eine der schönsten Mondlandschaften gilt - und als eine der übersichtlichsten. Die Raumfähre wird mit speziellen Sensoren den besten Landeplatz suchen.  

"Wir werden den Mond bereits sehen können, wenn die Raumsonde noch Dutzende von Metern über der Mondoberfläche schwebt", schwärmt Chef-Designer Sun Zezhou, "Wir werden dann schon klare Sicht haben. Das ist anders als bei der 'Chang' e 2', die kam 2010 nur auf 15 Kilometer an den Mond heran."

Jadehase erfolgreich ins All gestartet
R. Kirchner, ARD Peking
02.12.2013 09:18 Uhr

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Ein Rover (fast) aus Gold

Für China ist die geplante Mondlandung ein Meilenstein bei der Aufholjagd gegenüber den etablierten Raumfahrtnationen - den USA und Russland, die bereits in den 60er- und 70er-Jahren auf dem Mond waren.

China will mit einem goldfarbenen Rover mit sechs Rädern und Solarflügeln die Mondlandschaft erkunden. Das Fahrzeug trägt den poetischen Namen Yutu, also "Jadehase". Der Legende nach ist er das Haustier der Mondfee "Chang' e".  

"Wir können über den Zustand des Fahrzeug Informationen abrufen. Es kann Bilder schicken - also Informationen über seine Umgebung. Das können wir nutzen, um das Fahrzeug (von der Erde aus) zu kontrollieren", sagt Ingenieurin Xi Luhua vom Pekinger Kontrollzentrum.  

Illustration des chinesischen Mondfahrzeugs "Jadehase" (Bildquelle: dpa)
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Illustration des chinesischen Mondfahrzeugs "Jadehase". Am 14. Dezember soll der Rover den Mond erreichen und dann möglichst viele Informationen ins chinesische Kontrollzentrum liefern.

Große Pläne Chinas als Raumfahrtnation

Unterstützt werden die Chinesen bei ihrem Raumflug von den Europäern. Die europäische Raumfahrtagentur ESA kann - etwa im Notfall - Steuerungsbefehle weiterleiten. Koordiniert wird dies vom Kontrollzentrum in Darmstadt aus.

Zur Erde zurückkehren wird der "Jadehase" im Übrigen nicht. Das ist erst für spätere Mondmissionen geplant. So soll bis 2017 auch eine Rückkehr mit Gesteinsproben gelingen und in einem weiteren Schritt ein bemannter Raumflug zum Mond. Dafür gibt es aber bislang noch kein Datum.

Allerdings sind die Mondflüge der "Chang'e" und des "Jadehasen" auch Teil eines umfassenderen Programms. Denn die Volksrepublik plant den Bau einer eigenen Raumstation, die 2020 mit dem Auslaufen der internationalen Raumstation ISS dann der einzige bemannte Außenposten im All sein könnte.

Korrespondentin

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