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Deutliche Worte zu einem sich zuspitzenden Problem: IWF-Chef Strauss-Kahn hat vor "furchterregenden Konsequenzen" der aktuellen Lebensmittelkrise gewarnt. Hunderttausende Menschen könnten in den Hunger getrieben werden. Aber Strauss-Kahn präsentierte auch einen Erfolg.
Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Mahnende Worte von IWF-Chef Strauss-Kahn
]
Die Worte des Chefs des Internationalen Währungsfonds, IWF, waren eindringlich. Dominique Strauss-Kahn warnte auf seiner Pressekonferenz vor verheerenden Folgen durch die momentan radikal steigenden Lebensmittelpreise: Wenn die Lebensmittelpreise weiter so in die Höhe gingen wie zurzeit, sagte er, "dann werden die Konsequenzen - nicht nur in Afrika, sondern in vielen, vielen Ländern weltweit katastrophal sein. Hunderttausende werden hungern müssen, Kinder werden an Mangelernährung leiden".
Durch die derzeitige Situation könnten die Wirtschafts- und die demokratischen Systeme von Staaten zerstört werden, sagte Strauss-Kahn. Schon in letzter Zeit ist es wegen der hohen Lebensmittelpreise zu Unruhen, Plünderungen und Gewalt gekommen. Erst in der zurückliegenden Woche gab es deswegen auch Demonstrationen in Tunesien und Haiti.
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Nach Angaben der Weltbank gingen die Nahrungsmittelpreise für Reis, Weizen, Mais und andere Agrarprodukte in den vergangenen drei Jahren zwischen 80 und 180 Prozent nach oben. Mehrere Gründe gibt es für diese Entwicklung: Die steigende Nachfrage nach Lebensmittel, veränderte Ernährungsgewohnheiten in aufstrebenden Staaten wie China und Indien, die stark angestiegenen Energiepreise - und die immer größere Nachfrage nach Biotreibstoffen. Sie werden aus Agrarprodukten wie Mais hergestellt, was in der logischen Konsequenz zu Preissteigerungen führte.
Wenn verhindert werden solle, dass der starke Preisanstieg "diese furchterregenden Konsequenzen" habe, müsse dieses Thema viel mehr beachtet werden als in der Vergangenheit, mahnte Strauss-Kahn.
Der Internationale Währungsfonds: Der Internationale Währungsfonds (IWF) wurde 1944 als UN-Sonderorganisation in Bretton Woods (USA) gegründet. Er überwacht weltweit die Finanzsysteme, um bei Zahlungsbilanzproblemen von Regierungen oder drohendem Staatsbankrott einzugreifen. Seine Kredite sind oft an umstrittene Auflagen geknüpft: So fordert der IWF häufig die Sanierung der Staatsfinanzen durch Preiserhöhungen und Subventionskürzungen. Der IWF hat 185 Mitgliedsländer, deren Kapitaleinlagen (Quoten) sich nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft und ihrer Währungsreserven richten. Die Kapitaleinlagen bestimmen das Mitspracherecht bestimmen. Die USA sind größter Anteilseigner mit rund 17 Prozent, Deutschland hat etwa 6 Prozent.Der IWF-Direktor nahm auch zu einem anderen Thema Stellung: Stolz verkündete er, dass der Währungs- und Finanzausschuss des Währungsfonds seinen Reformvorschlägen zugestimmt habe. Danach verzichten die reichen Industriestaaten in Zukunft auf Stimmanteile - und zwar zugunsten von wirtschaftlichen Schwellenländern wie Indien und China.
Auf die Frage eines Journalisten, warum sich die Europäer nicht mit einem Sitz im Vorstand des IWF zufrieden geben, erinnerte Strauss-Kahn an seine eigene Erfahrung, als er in Frankreich Finanzminster war. Damals habe er den Deutschen vorgeschlagen, dass sich die beiden Länder in Zukunft einen Sitz teilen könnten: Sein deutscher Amtskollege Hans Eichel habe dem Vorschlag zugestimmt und beide beschlossen, damit voranzugehen. "Aber aus Gründen, die ich hier nicht näher erläutern kann – ich sage Ihnen nur so viel, das hatte mit der Rolle der Außenminister in beiden Ländern zu tun – scheiterten die Vorschläge", sagte Strauss-Kahn.
Das war vor zehn Jahren – jetzt ist der Währungsfonds wenigstens einen kleinen Schritt vorangekommen.
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