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10.02.2012

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Ausland
Yvo de Boer (Foto: AP)
UN-Klimachef de Boer tritt zurück
Wechsel zu KPMG

UN-Klimachef de Boer tritt zurück

UN-Klimachef Yvo de Boer hat zwei Monate nach dem Scheitern des Kopenhagen-Gipfels seinen Rücktritt erklärt. In einer Mitteilung sprach ervon einer schweren Entscheidung. "Aber ich glaube, dass die Zeit reif für mich ist, eine neue Herausforderung zu suchen." "Es war eine schwierige Entscheidung", erklärte De Boer. "Aber ich denke, die Zeit ist reif für eine neue Herausforderung"

De Boer bedauerte erneut, dass auf der Klimakonferenz in Kopenhagen kein rechtsverbindliches Abkommen zur Verringerung der Treibhausgase erreicht worden sei. Dennoch gebe es inzwischen ein "überwältigendes" politisches Bekenntnis zum Klimaschutz, erklärte der Niederländer.

"Neue Herausforderung" bei KPMG

De Boer wechselt in die Privatwirtschaft und wird ab Juli die Unternehmensberatung KPMG in Umweltfragen beraten. Dort werde er sich bei KPMG weiter für Klimaschutz und Nachhaltigkeit stark machen. "Wir brauchen neue Partnerschaften mit der Privatwirtschaft. Und ich habe jetzt die Gelegenheit, dabei zu helfen, damit das passiert." Der 1954 in Wien geborene de Boer stand seit September 2006 an der Spitze des UN-Klimasekretariats, das seinen Sitz in Bonn hat.

Dossier:

Ein Scherbenhaufen liegt auf der Straße (Foto: dpa)
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Grüne bedauern Abgang de Boers

Der klimapolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Hermann Ott, kritisierte eine mangelnde Vorbereitung und Organisation der Kopenhagener Klimakonferenz unter der Leitung de Boers. Nun müsse schnell ein Nachfolger gefunden werde, damit der internationale Prozess zur Bekämpfung des Klimawandels weiterlaufe. Die nächste Klimakonferenz ist Ende des Jahres in Mexiko.

Die Grünen im Europaparlament bedauerten den Rücktritt de Boers ebenfalls: "Wir schätzen sein Engagement und seine proaktive Arbeit bei den Klimaverhandlungen während seiner fast vierjährigen Amtszeit", sagte die Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms. "Seine unverblümte Art mag ihm immer wieder Kritik eingetragen haben, aber seine Offenheit hat den Verhandlungsprozess belebt." Nun sei die Wahl der richtigen Person für diesen Schlüsselposten entscheidend, "um die schleppenden und schwierigen Klimaverhandlungen wieder in Gang zu bringen".

Die Amtszeit de Boers als UN-Klimachef werde als besondere Phase in Erinnerung bleiben, erklärte die britische Hilfsorganisation Oxfam. Das Problem des Klimawandels sei heute nicht mehr nur eines von vielen Umweltthemen, sondern habe bei politischen Führern weltweit inzwischen höchste Priorität.

Stand: 18.02.2010 16:46 Uhr
 

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