Donald Trump und seine Tochter Ivanka | Bildquelle: AFP

Amt für Trump-Tochter Ivanka "First Daughter" wird Assistentin

Stand: 30.03.2017 08:42 Uhr

US-Präsident Trump holt noch ein Familienmitglied ins Weiße Haus: Tochter Ivanka wird offiziell seine Assistentin - ein Novum in der US-Geschichte, das Kritiker auf den Plan ruft.

Die Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka Trump, übernimmt offiziell einen Posten im Weißen Haus. Die 35-jährige Unternehmerin werde künftig als Beraterin des Präsidenten arbeiten, teilte das Weiße Haus mit. Ihr offizieller Titel ist Assistentin des Präsidenten. Bezahlt werde Ivanka Trump für ihre Arbeit nicht.

"Ich habe die Bedenken gehört, die einige mit meiner Beratertätigkeit für den Präsidenten in persönlicher Funktion haben, wobei ich freiwillig alle ethischen Regeln befolge." Stattdessen werde sie als unbezahlte Angestellte arbeiten nach all den Regeln, die für andere Bundesbediensteten gelten, sagte die 35-Jährige. Ihr Ehemann Jared Kushner ist bereits als Berater für den Präsidenten tätig.

Bereits offizielle Termine wahrgenommen

"Wir freuen uns, dass Ivanka Trump sich zu dem Schritt entschlossen hat", hieß es in der Erklärung des Weißen Hauses. Ivanka Trump hatte bereits ein Büro im Weißen Haus. Auch übernahm sie bereits mehrfach offizielle Termine an der Seite ihres Vaters, etwa bei einem Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Januar. Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Washington im März nahm sie an einer Diskussionsrunde teil, bei der sie neben der Kanzlerin saß.

Kritiker bemängeln Interessenkonflikte

Der offizielle Posten für die Trump-Tochter stößt auf Kritik. Beobachter befürchten mögliche Interessenkonflikte und bewerten Trumps Rolle als Beraterin ihres Vaters als ungewöhnlich. Dass Staats- oder Regierungschefs demokratisch nicht legitimierte Familienmitglieder ohne offizielles Amt in die Regierungsgeschäfte einbeziehen, ist in westlichen Demokratien nicht üblich.

Für Aufsehen hatte bereits ein Vorfall gesorgt, bei dem Trump deutlich für seine Tochter Partei ergriff: Per Twitter attackierte er die US-Kaufhauskette Nordstrom, als diese die Modekollektion seiner Tochter aus dem Sortiment nahm. Eine "unfaire" Behandlung, schrieb er im Kurznachrichtendienst. Kritiker sahen darin Amtsmissbrauch.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. März 2017 um 08:33 Uhr

Darstellung: