Donald Trump und seine Tochter Ivanka | Bildquelle: AFP

Kollektion von Tochter Ivanka Papa Trump attackiert Kaufhauskette

Stand: 09.02.2017 09:13 Uhr

US-Präsident Trump teilt mal wieder aus. Diesmal gegen die US-Kaufhauskette Nordstrom. Diese hatte die Modekollektion seiner Tochter Ivanka aus dem Sortiment genommen - eine "unfaire" Behandlung, twitterte er. Kritiker sehen darin Amtsmissbrauch.

Die US-Kaufhauskette Nordstrom ist das jüngste Opfer von Donald Trumps Twitter-Attacken. Der Grund ist diesmal ein privater: Nordstrom hatte die Modekollektion seiner Tochter Ivanka aus dem Sortiment genommen. "Meine Tochter Ivanka wurde von Nordstrom so unfair behandelt", twitterte Trump. "Sie ist ein so wunderbarer Mensch - sie bringt mich immer dazu, die richtigen Dinge zu tun! Schrecklich!"

Donald J. Trump @realDonaldTrump
My daughter Ivanka has been treated so unfairly by @Nordstrom. She is a great person -- always pushing me to do the right thing! Terrible!

Die Nachricht wurde zwar von Trumps eigenem Twitterprofil abgesetzt, dann jedoch auch vom offiziellen Account des US-Präsidenten retweetet. Dieses Konto steht Trump erst seit Amtsantritt zur Verfügung, es war unter Vorgänger Barack Obama entstanden und ist nicht für private Zwecke gedacht. Entsprechend hoch schlagen nun die Wellen.

Nordstrom - nun "Persona non grata"?

"Dies ist ein Missbrauch des öffentlichen Amts zum privaten Vorteil", sagte Richard Painter, früherer Ethikbeauftragter in der Regierung von Präsident George W. Bush, dem "Wall Street Journal". Es sei zudem ein Machtmissbrauch, denn die Nachricht sei eindeutig - Nordstrom werde so zur "Persona non grata" der Trump-Administration erklärt.

Es habe noch nie zuvor einen US-Präsidenten gegeben, der seine Macht des Amtes so offensichtlich zum Vorteil seiner eigenen Familie ausnutze, kritisierte Jordan Libowitz von der Nonprofit-Organisation Citizens for Responsibility and Ethics in Washington, die sich die Bekämpfung von Korruption in der US-Politik zum Ziel gesetzt hat.

Eingang der US-Kaufkette Nordstrom | Bildquelle: AFP
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Eingang von Nordstrom in Florida. Die Kaufhauskette verkauft ihre Waren vor allem an eher zahlungskräftige Kundschaft.

Trumps Sprecher geht in die Verteidigung

Trumps Sprecher Sean Spicer verteidigte den Präsidenten später im Briefing des Weißen Hauses vehement: Trump habe jedes Recht, seiner Familie beizustehen. Bei der Entscheidung Nordstroms handle es sich ganz klar um eine direkte Attacke auf die Politik des Präsidenten, insbesondere sein Dekret eines Einreisestopps für Staatsangehörige aus sieben Ländern.

Spicer ignorierte damit mehrere Statements des Konzerns, der seine Entscheidung mit niedrigen Verkaufszahlen der Kollektion Ivanka Trumps begründet hatte. Nordstrom hatte betont, der Schritt sei nicht politisch motiviert. Jedes Jahr würden etwa zehn Prozent des Sortiments abhängig vom Absatz ausgetauscht und in diesem Fall habe es eben die Marke von Ivanka Trump getroffen.

Nordstrom-Aktie gewinnt

Auch an den Finanzmärkten sorgte Trumps Attacke auf Nordstrom für Gesprächsstoff. Im Gegensatz zu den Aktien der Unternehmen, die in der Vergangenheit von Trump kritisiert wurden, reagierte die Aktie der Kaufhauskette mit deutlichen Gewinnen und ging mit einem Plus von gut vier Prozent aus dem US-Handel.

Nordstroms Entscheidung, die Kollektion von Ivanka Trump auszulisten, folgte auf Boykottaufrufe gegen Händler, die Produkte der Trump-Familie vertreiben. Hinter den Appellen, die im Internet unter dem Hashtag #GrabYourWallet laufen, steht eine Initiative von Gegnern des US-Präsidenten.

Auch die Bekleidungsketten TJ Maxx und Marshalls gerieten hier ins Visier. Laut einem Bericht der "New York Times" wies der Mutterkonzern TJX die Mitarbeiter in den Geschäften in der vergangenen Woche an, Werbeschilder für die Artikel von Ivanka Trump zu beseitigen. Die Produkte würden aber dennoch weiterverkauft, erklärte ein Sprecher.

Die 35-jährige Trump-Tochter hatte 2007 eine Schmuck-Linie herausgebracht, seit 2011 werden auch Kleidung und Schuhe unter ihrem Label verkauft. Nach Trumps Wahlsieg war die Geschäftsfrau wegen umstrittener PR-Aktionen für ihre Produkte kritisiert worden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 09. Februar 2017 um 06:36 Uhr

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