Lawine verschüttet Hotel in Italien | Bildquelle: REUTERS

Lawinen-Abgang in Italien Viele Tote in Hotel befürchtet

Stand: 19.01.2017 19:57 Uhr

Nach dem Abgang einer Lawine in den Abruzzen suchen Rettungskräfte nach Überlebenden. Ein vierstöckiges Hotel wurde verschüttet. Bis zu 30 Menschen werden in den Schneemassen vermutet. Zuvor hatten Erdbeben die Region erschüttert.

Nach dem Abgang einer Lawine auf ein abgelegenes Berghotel in Mittelitalien ist die Zahl der Opfer noch immer unklar. Das Hotel im Abruzzen-Ort Farindola wurde bis zum Dach von den Schneemassen verschüttet. Hoffnung, noch Überlebende im verschütteten Hotel zu finden, gibt es kaum noch. Die Einsatzkräfte hatten den ganzen Tag damit verbracht, mit schwerem Gerät den Unglücksort zu erreichen. Auch Spürhunde wurden eingesetzt, bislang hätten diese jedoch kein Lebenszeichen finden können, hieß es von den Rettungskräften.

Lawine verschüttet Hotel in Italien
tagesschau 20:00 Uhr, 19.01.2017, Ellen Trapp, ARD Rom

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"Matratzen wurden Hunderte Meter weit mitgerissen, das Suchgebiet ist also sehr groß", beschreibt ein Feuerwehrsprecher die Lage. "Es gibt Tonnen von Schnee, Baumstämme und Trümmer überall." Bis zu 30 Menschen sollen sich zum Zeitpunkt des Unglücks in dem Hotel aufgehalten haben. Am Nachmittag waren noch zwei Überlebende geborgen worden, aber auch erste Leichen. Italienische Medien berichten von mindestens 25 Vermissten, darunter sollen auch vier Kinder sein.

Die Lawine war gestern abgegangen, nachdem eine schwere Erdbebenserie die meterhoch eingeschneite Region erschüttert hatte. Bilder einer Videokamera zeigten, wie die Schneemassen in das Vier-Sterne-Hotel Rigopiano mit 45 Zimmern eingedrungen sind.

Lawine verschüttet Hotel in Italien | Bildquelle: AFP
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Ein Video der Guardia de Finanza zeigt, wie sich die Lawine in das Hotel gedrückt hat.

Nach Medienberichten soll das Hotel durch die Wucht der Lawine um zehn Meter verschoben worden sein. Jetzt gibt es Kritik nicht nur wegen der Situation rund um das verschüttete Hotel. Auch andernorts sind Menschen abgeschnitten, warten auf Hilfe. Mehr als 100.000 Menschen haben keinen Strom, weit mehr als 10.000 wurden in Notunterkünften untergebracht. Die Kritik, die Hilfe komme teilweise zu spät, weist Fabrizio Curcio der Chef des italienischen Zivilschutzes, zurück:

"Ich mag und mache keine Polemik. Ich will arbeiten. Auch aus Respekt vor den Menschen, die sich seit Tagen einsetzen, aus Respekt vor den Bürgern, die in Schwierigkeiten sind. Fall es einer noch nicht kapiert hat: Es gab zwei außerordentliche Ereignisse, jedes allen hätte uns schon große Schwierigkeiten bereitet."

Ministerpräsident Paolo Gentiloni setzt vor allem auf vollen Einsatz des Staates - und auf die Solidarität der Italiener:

"Ein Teil Mittelitaliens leidet seit einigen Monaten unter unglaublichen Mühen. Und in den letzten Tagen wurde es dazu noch von dieser Zange von bisher nie dagewesenem Schnee und immer weiteren Erdbeben gefoltert. Dieser Teil Italiens muss fühlen, dass der Staat da ist, und auch die Nähe und Solidarität all unser Mitbürger."

Ausländer unter den Opfern

Unter den Touristen, die sich wohl noch im zugeschütteten Hotel befanden, sollten auch drei Rumänen sein, teilte das Außenministerium in Bukarest mit. Ob sie überlebt haben, sei unbekannt. Das Auswärtige Amt in Berlin hat bislang keine Erkenntnisse über deutsche Opfer. Die Botschaft sei in engem Kontakt mit den italienischen Behörden und bemühe sich um rasche Aufklärung.

Lawine verschüttet Hotel in Italien | Bildquelle: AP
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Die Trümmer des Hotels sind unter der Lawine verschüttet.

Alarmstufe vier von fünf

In der vergangenen Nacht kam es zu weiteren Erdstößen in der Region. Durch die heftigen Schneefälle und die Erdbeben erhöhte sich die Lawinengefahr - derzeit gilt die Alarmstufe vier von fünf. Auch für die kommenden Tage ist weiterer Schneefall angekündigt. Seismologen rechnen zudem mit weiteren möglicherweise heftigen Beben.

Mit Informationen von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Studio Rom

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Januar 2017 um 17:00 Uhr.

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