Erdbeben in Italien | Bildquelle: AP

Nach den Beben in Italien Verwurzelt in der zerstörten Heimat

Stand: 31.10.2016 21:01 Uhr

Viele Bewohner der Erdbebenregion in Italien stehen vor dem Nichts. Ihre Heimat zu verlassen, kommt für sie jedoch nicht infrage. Vor allem die Bauern wollen nicht gehen.

Von Nikolaus Nützel, ARD-Studio Rom

Alles werde wieder aufgebaut: Häuser, Kirchen und Geschäftsgebäude - so hatte es Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi am Wochenende angekündigt. Angesichts der enormen Schäden, die die drei Erdbeben Ende August, am vergangenen Mittwoch und am Sonntagmorgen in Mittelitalien angerichtet haben, wird es aber schwierig, diese Ankündigung umzusetzen.

Warnungen vor weiteren Erdbeben in Italien
tagesschau 11:00 Uhr , 01.11.2016, Peter Althammer, ARD Rom

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Mehr als 15.000 Menschen haben sich beim italienischen Zivilschutz gemeldet, weil sie kein Dach mehr über dem Kopf haben. Dazu kommen wahrscheinlich Tausende weitere, die ebenfalls ihre Häuser und Wohnungen verloren, sich bislang aber selbst geholfen haben, etwa indem sie im Auto übernachten. Viele Einwohner der betroffenen Orte stehen vor dem Nichts. "Ich habe eine Fleischerei - und jetzt ist alles kaputt. Die Gebäude und was drinnen war - alles ist zerstört. Ich habe nichts mehr", sagt ein Geschäftsmann aus Norcia.

Umsiedelung? Für viele nicht denkbar

Besonders große Probleme haben viele Bauern in der Region. Ihr Vieh muss weiter versorgt werden, auch wenn die Gebäude möglicherweise einsturzgefährdet sind. Das ist auch einer der Gründe, warum beispielsweise Paolo Masciotti, der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Preci, sich gegen die Empfehlung des Zivilschutzes zur Wehr setzt, dass möglichst viele Bürger ihre Orte verlassen und in Gemeinschaftsunterkünfte oder Hotels ziehen sollen.

Masciotti fordert etwas anderes: "Für einige mag es in Ordnung sein, wegzugehen. Aber es gibt so viele Menschen, die hier ihre Wurzeln haben, die Bauernhöfe oder andere Betriebe führen." Diese Menschen könne man nicht alle umsiedeln. "Deshalb schickt uns bitte so schnell wie möglich Zelte, Wohnwagen, Container, was auch immer - aber helft uns so schnell wie möglich", bittet Masciotti.

Gleichzeitig wollen viele Anwohner den Schock so schnell wie möglich überwinden. Giovanni Casoni vom Roten Kreuz in der besonders stark betroffenen Ortschaft Visso hat handfeste Vorschläge, was schnell wieder aufgebaut werden müsse: Die Wohnhäuser seien wichtig, sagt er. Es gehe aber auch um andere Gebäude: "Das Restaurant, die Pizzeria, die Bar - die Orte, wo man sich trifft, das sind unsere Symbole. Die Pizzeria zurückzubringen, in die wir abends immer miteinander gegangen sind, um ein Bier zu trinken. Ich glaube, das wäre wirklich wichtig für alle Bürger."

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Weiteres Erdbeben in Italien

Zerstörte, alte Gebäude bei blauem Himmel.

Am Sonntagmorgen traf Mittelitalien ein Erdbeben der Stärke 6,6. | Bildquelle: dpa

Für Wiederaufbau auch neue Schulden in Kauf nehmen

Wie viel der Wiederaufbau kosten wird, lässt sich noch nicht absehen. Schon Ende vergangener Woche, also noch vor den Erdstößen vom Sonntag, hatte die italienische Regierung von Aufwendungen in Milliardenhöhe gesprochen. Und Italiens Ministerpräsident Renzi hatte erklärt, für sein Land sei es wichtiger, die Schäden zu beheben, die die Erdbeben angerichtet haben, und dafür gegebenenfalls zusätzliche Schulden zu machen - als die Regeln des Euro-Stabilitätspaktes einzuhalten.

Von der deutschen Bundesregierung heißt es dazu inzwischen, der Pakt biete "ausreichend Flexibilität, um auch auf aktuelle, akute Herausforderungen reagieren zu können". Renzi machte allerdings auch klar, dass es nicht darum gehe, wahllos Geld auszugeben. Die Mittel würden nicht verschwendet und nicht an Diebe fließen, sagte er wörtlich. Bei früheren Naturkatastrophen hatte es immer wieder Vorwürfe gegeben, dass Kriminelle einen Teile der Hilfsgelder abgezweigt haben.

Erdbeben in Italien
N. Nützel, BR
31.10.2016 19:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. Oktober 2016 um 20:00 Uhr.

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