Mindestens 38 Tote bei Busunglück in Italien

Der zerstörte Unglücksbus in Italien (Bildquelle: Reuters)

Bus stürzte 30 Meter in die Tiefe

38 Tote bei Busunglück in Italien

Bei einem schweren Busunfall im Süden Italiens sind am Sonntagabend mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen, darunter nach Angaben der Polizei auch der Fahrer. Verkehrsminister Maurizio Lupi hatte zunächst von 39 Todesopfern gesprochen. Die Polizei korrigierte die Zahl. Zehn Insassen wurden verletzt.

Das Unglück geschah gegen 21 Uhr auf der Autobahn 16 (E 842) von Neapel nach Canosa, gleich nach der Zahlstelle Avellino West, im Osten von Neapel. Der Bus mit etwa 50 Insassen an Bord soll ersten Ermittlungen zufolge viel zu schnell auf ein Stauende aufgefahren sein. Er rammte mehrere Autos, durchbrach die Leitplanke und stürzte 30 Meter tief den steilen Abhang hinunter.

Busunglück in Kampanien
G. Hoppe, ARD Rom
29.07.2013 12:55 Uhr

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Es sollen viele Kinder und Jugendliche in dem Bus gewesen sein. Sie sollen sich auf der Heimreise nach Neapel von einer Wallfahrt in den Ort Pietrelcina befunden haben.

Die meisten Passagiere stammten laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa aus der Region Kampanien bei Neapel. Zahlreiche Angehörige kamen zum Unglücksort.

Mindestens 38 Tote bei Busunglück östlich von Neapel
tagesschau 20:00 Uhr, 29.07.2013, Natalie Amiri, ARD Rom

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Schwierige Suche nach Opfern und Überlebenden

Der Bus blieb in sehr schwer zugänglichem Gelände auf einer Lichtung in einem Waldstück liegen. Die Rettungsarbeiten gestalteten sich deshalb schwierig. Auch erschwerte die Dunkelheit die Suche. Mit elektrischen Sägen verschafften sich die Rettungsteams Zugang zu den Opfern und hielten immer wieder inne, um nach Hilferufen von eingeklemmten Überlebenden zu lauschen.

Ein weiteres Problem beschrieb der ARD-Hörfunkkorrespondent Gregor Hoppe. Demnach lösten sich dort, wo der Bus die Leitplanke durchschlagen hatte, Teile der Betonbegrenzung und des Fahrbahnuntergrunds. Diese drohten auf das Wrack zu fallen und so Retter zu gefährden.

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Schweres Busunglück in Italien

Busunglück in Italien

Östlich von Neapel auf der Autobahn 16 hat sich am Sonntagabend ein schweres Busunglück ereignet. (Foto: AP)

Staatsanwaltschaft ermittelt

Noch ist die Unfallursache nicht eindeutig geklärt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein. Wie mitgeteilt wurde, gehe es dabei nicht nur um ein mögliches Verschulden des Fahrers, sondern auch um den Zustand des Busses sowie der Seitenbegrenzung der Brückenstraße, die der Bus durchbrochen hatte.

Wie italienische Medien berichteten, soll die Leiche des Busfahrers auf Alkohol und Drogen untersucht werden. Die Unterlagen zu dem Unfallfahrzeug habe die Polizei bereits beim Busunternehmen Mondotravel beschlagnahmt.

Die Agentur Ansa berichtete, es habe möglicherweise ein Problem mit den Bremsen gegeben. Die Betreibergesellschaft der Autobahn gab dagegen an, der Bus sei mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren, obwohl an der betreffenden Stelle Warnschilder forderten, die Geschwindigkeit zu drosseln.

Ein Augenzeuge sagte einem Reporter der Zeitung "Il Mattino", der Bus sei mit "normaler" Geschwindigkeit gefahren. Dann sei das Fahrzeug auf einer abschüssigen Strecke ins Schleudern geraten und habe andere Autos gerammt. Weitere Augenzeugen hätten von einem Knall berichtet, als ob der Reifen des Busses geplatzt sei, sagte der Reporter dem Sender Sky TG24 TV.

Bei Avellino nahe Neapel stürzte der Bus mit etwa 50 Menschen an Nord in die Tiefe. | Karte vergrößern

Stand: 29.07.2013 10:43 Uhr

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