Istanbul | Bildquelle: REUTERS

Nach Anschlag in Istanbul Empörung über israelfeindlichen Tweet

Stand: 20.03.2016 10:16 Uhr

Eine Mitarbeiterin der türkischen Regierungspartei AKP hat nach dem Anschlag in Istanbul mit einem israelfeindlichen Tweet für Empörung gesorgt. Bei dem Angriff starben zwei Menschen mit israelischen Pässen. Israels Regierung hat Ankara wegen des Kommentars kontaktiert.

Nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul hat eine Mitarbeiterin eines Lokalbüros der Regierungspartei von Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einem israelfeindlichen Tweet für Empörung gesorgt.

Zu dem Angriff, bei dem unter anderen mindestens zwei Menschen mit israelischen Pässen getötet und mehrere weitere Israelis verletzt wurden, schrieb Irem Aktas auf Twitter: "Ich wünsche mir, dass die israelischen Staatsbürger nicht verwundet, sondern getötet worden wären."

Kurz nach Absetzung des Tweets verschwand ihr Account. Der Kommentar wurde jedoch von dem Kolumnisten und ehemaligen Abgeordneten Aykan Erdemir öffentlich gemacht.

Aykan Erdemir @aykan_erdemir
AKP official tweets right after the #Istanbul attack. " I wish that the wounded #Israeli tourists were dead." https://t.co/wjZ80pjJDv

Aktas arbeitet in einem kommunalen Büro der AKP, die von Präsident Erdogan gegründet wurde. Die beiden getöteten Israelis haben sowohl die israelische als auch die amerikanische Staatsbürgerschaft. Sechs israelische Staatsbürger wurden verletzt. Insgesamt starben bei dem Anschlag fünf Menschen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, seine Regierung habe die politische Führung in Ankara wegen des Kommentars von Aktas kontaktiert. Die türkische Regierung habe versichert, Maßnahmen gegen die Mitarbeiterin zu ergreifen. Türkischen Medienberichten zufolge soll Aktas entlassen werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. März 2016 um 07:03 Uhr

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