Polizisten gehen in Istanbul mit Wasserwerfern gegen Teilnehmer der "Gay Pride"-Parade vor. | Bildquelle: REUTERS

Polizei setzt Wasserwerfer ein Mit Gewalt gegen "Gay Pride" in Istanbul

Stand: 28.06.2015 17:55 Uhr

Die türkische Polizei hat die jährliche Schwulen-und Lesbenparade in der Millionenmetropole Istanbul gewaltsam verhindert. Mit Tränengas und Wasserwerfern ging die Polizei gegen die Teilnehmer der "Gay Pride" vor - angeblich, weil der Marsch in den Ramadan fällt.

Die "Gay Pride" in Istanbul ist jedes Jahr ein buntes, friedliches Fest. Doch diesmal hat die Polizei die jährliche Schwulen- und Lesbenparade in der Millionenmetropole Istanbul gewaltsam verhindert. Teilnehmer des geplanten "Marsches des Stolzes" wurden mit Wasserwerfern und Tränengas daran gehindert, sich auf dem zentralen Taksim-Platz zu versammeln, wie Augenzeugen berichteten. Polizisten drängten friedliche Demonstranten mit Regenbogenflaggen auf der Einkaufsmeile Istiklal Caddesi in die entgegengesetzte Richtung vom Taksim-Platz zurück. Bunt geschminkte Teilnehmer flüchteten in Geschäfte, die ihre Rollläden herunterließen.

Bereits vorher war ein großes Polizeiaufgebot am Eingang der Fußgängerzone postiert, wo der Marsch stattfinden sollte. Die Beamten schritten demnach ein, als die Kundgebungsteilnehmer anfingen, in Sprechchören "Faschismus" von Präsident Recep Tayyip Erdogan und seiner Regierung anzuprangern.

Polizisten gehen in Istanbul mit Wasserwerfern gegen Teilnehmer der "Gay Pride"-Parade vor. | Bildquelle: REUTERS
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Polizei in Istanbul: Mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die "Gay Pride"-Parade

Die Veranstalter teilten über Facebook mit, Gouverneur Vasip Sahin habe die Parade ohne Vorwarnung verboten. Als Begründung habe er angegeben, dass sie in den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan fällt. Das war allerdings bereits im vergangenen Jahr der Fall - und damals ließen die Behörden die Demonstranten gewähren.

Die Türkei gehört zu den wenigen Ländern in der Region, in denen Homosexualität nicht verboten ist. Teile der mehrheitlich muslimischen Gesellschaft sind aber sehr konservativ. Weltweit erinnern derzeit Paraden zum Christopher Street Day an einen Aufstand von Schwulen, Lesben und Trans-Menschen am 28. Juni 1969 in der New Yorker Christopher Street.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Juni 2015 um 20:00 Uhr.

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