Istanbul | Bildquelle: AP

Explosion in Istanbuler Fußgängerzone Attentäter reißt mehrere Menschen in den Tod

Stand: 19.03.2016 19:55 Uhr

Ein weiterer Terroranschlag erschüttert die Türkei. Mitten in Istanbul sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft. Dabei riss er mindestens vier Menschen mit in den Tod. Dutzende wurden verletzt - laut Auswärtigem Amt aber kein Deutscher.

In einer beliebten Fußgängerzone im Zentrum von Istanbul hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Dabei riss er mindestens vier Menschen mit in den Tod, wie der örtliche Gouverneur mitteilte. Übereinstimmenden türkischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei den Toten um drei Israelis und einen Iraner. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu bestätigte inzwischen, dass mindestens zwei der Todesopfer Israelis sind.

Nach Angaben des türkischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 36 Menschen verletzt, sieben von ihnen schweben in Lebensgefahr. Unter den Verletzten sind demnach zwölf Ausländer.

Zunächst hatte es geheißen, auch ein Deutscher sei verletzt worden. Das Auswärtige Amt in Berlin widersprach inzwischen entsprechenden Berichten.

Tatort weiträumig abgeriegelt

Der Anschlag ereignete sich nahe eines Einkaufszentrums. Hubschrauber kreisten über dem Unglücksort, Rettungswagen rasten zur Detonationsstelle. Der Tatort wurde weiträumig abgeriegelt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Zu den Hintergründen der Tat äußerte sich das Gesundheitsministerium noch nicht offiziell, es hat sich auch noch niemand zu der Tat bekannt. Ein Regierungsmitarbeiter machte jedoch die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK oder Verbündete dieser Organisation für die Explosion verantwortlich. Demnach soll der Attentäter ein anderes Ziel gehabt haben, wurde aber von der Polizei abgeschreckt und zündete dann in Panik die Bombe. Es wird auch spekuliert, ob die Terrormiliz "Islamischer Staat" für den Anschlag verantwortlich ist.

Selbstmordattentat in Istanbul
tagesschau 20:00 Uhr, 19.03.2016, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Warnung des Auswärtigen Amtes

Das Auswärtige Amt rät deuschen Touristen, in ihren Hotels zu bleiben. Bereits am Donnerstag und Freitag waren das deutsche Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden. Das Auswärtige Amt hatte die Bundesbürger zudem zu Achtsamkeit in Istanbul aufgerufen.

Erst vergangenen Sonntag hatte es einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara mit 37 Toten gegeben, zu dem sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannte. Die TAK ging 2004 aus der PKK hervor und verübte Anschläge in Städten. Die Gruppe hatte sich schon im Februar zu einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara bekannt. In Istanbul hatte im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zugerechnet.

Mehrere Tote bei Selbstmordanschlag in Istanbul
R. Baumgarten, ARD Istanbul
19.03.2016 18:01 Uhr

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