Fahndungsfoto des Hauptverdächtigen des Attentats von Istanbul | Bildquelle: dpa

Anschlag in Silvesternacht Mutmaßlicher Istanbuler Attentäter gefasst

Stand: 17.01.2017 03:19 Uhr

Die türkische Polizei hat den mutmaßlichen Angreifer auf den Club "Reina" in der Silvesternacht in Istanbul gefasst. Zweieinhalb Wochen nach dem Massaker mit 39 Toten seien der Mann und vier weitere Verdächtige in Istanbul festgenommen worden, bestätigte Ministerpräsident Yildirim.

Gut zwei Wochen nach dem Anschlag auf den Istanbuler Nachtclub "Reina" ist der mutmaßliche Attentäter gefasst worden. Das bestätigte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim. Laut Medienberichten sei der Mann in einer Wohnung im Istanbuler Stadtteil Esenyurt auf der europäischen Seite der Metropole festgenommen worden. Dort habe er sich mit seinem vier Jahre alten Sohn aufgehalten.

Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul, über die Festnahme des mutmaßlichen Attentäters der Istanbuler Silversternacht
nachtmagazin 00:19 Uhr, 17.01.2017

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Bei dem gemeinsamen Einsatz von Polizei und türkischem Geheimdienst, so berichtete das türkische Fernsehen, wurden zudem drei Frauen und ein aus Kirgistan stammender Mann festgenommen. Bei dem Hauptverdächtigen handelt es sich um einen Mann aus Usbekistan, der in Afghanistan ausgebildet sein soll, sagte der Gouverneur von Istanbul, Vasip Sahin.

Wie der ARD-Korrespondent Oliver Mayer-Rüth sagte, werten die türkischen Medien die Festnahmen als vollen Erfolg - auch weil die Tatverdächtigen lebend gefasst werden konnten.

Die private Nachrichtenagentur Dogan veröffentlichte ein nach eigenen Angaben erstes Foto des Festgenommenen. Es zeigte einen verletzten, schwarzhaarigen Mann in einem blutigen, grauen T-Shirt, der im Nacken festgehalten wird. NTV berichtete, er habe sich gegen seine Festnahme gewehrt. Auch auf Twitter sind entsprechende Fotos des gefassten Verdächtigen zu finden. Laut der Zeitung "Hürriyet" sollte der Verdächtige zunächst einer ärztlichen Untersuchung unterzogen werden, bevor er auf einer Polizeistation vernommen wird.

39 Tote bei Anschlag

Der Angreifer war in der Silvesternacht in den berühmten Istanbuler Club "Reina" eingedrungen und hatte wahllos auf Feiernde geschossen. 39 Menschen waren getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Dutzende weitere Menschen waren verletzt worden. Dem Mann war anschließend die Flucht gelungen. Nach ihm war fieberhaft gefahndet worden. 

Die Tat hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" für sich reklamiert, die von Vergeltung für den türkischen Militäreinsatz in Syrien sprach. Dort geht die Türkei gegen die Islamisten vor und will sie von der Grenze vertreiben.

Auch Uiguren unter Verdacht

Erst am Freitag war gegen zwei zuvor festgenommene ausländische Verdächtige Untersuchungshaft verhängt worden. Die Nachrichtenagentur Anadolu hatte gemeldet, bei ihnen handele es sich um Uiguren aus China. Sie würden unter anderem der "Mitgliedschaft in einer Terrororganisation" und der "Beihilfe zum vorsätzlichen Mord in 39 Fällen" verdächtigt.

Blick auf den Istanbuler Club "Reina" nach dem Attentat | Bildquelle: REUTERS
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Der Istanbuler Club "Reina" nach dem Attentat

Vize-Ministerpräsident Veysi Kaynak hatte wenige Tage nach der Tat gesagt, auch bei dem Angreifer handele es sich vermutlich um einen Uiguren. Zur Staatsangehörigkeit des Terroristen hatte Kaynak sich aber ausdrücklich nicht geäußert.

Die muslimische Minderheit der Uiguren in der Region Xinjiang in Nordwestchina ist ein Turkvolk und fühlt sich von den Chinesen unterdrückt. Die Türkei setzt sich seit langem für die Uiguren ein. China wirft der Türkei vor, geflüchteten Uiguren türkische Reisepässe auszustellen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Januar 2017 um 04:40 Uhr.

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