Polizisten vor der Blauen Moschee in Istanbul | Bildquelle: AFP

Ermittlungen in Istanbul Weitere Festnahmen nach Anschlag

Stand: 13.01.2016 19:03 Uhr

Die türkischen Behörden haben weitere Menschen festgenommen, die mit dem Istanbuler Anschlag in Verbindung gebracht werden. Ministerpräsident Davutoglu bestätigte, dass der mutmaßliche Attentäter als Flüchtling in die Türkei gereist war. Auch die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Nach dem Selbstmordanschlag in Istanbul haben die türkischen Behörden nach den Worten von Ministerpräsident Ahmet Davutoglu vier weitere Verdächtige festgenommen. Damit sind insgesamt fünf Personen in Gewahrsam.

Bei dem Anschlag am Dienstag waren zehn Deutsche getötet worden, was das Auswärtige Amt inzwischen bestätigte. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für die Tat verantwortlich, die sich bislang aber nicht dazu bekannt hat.

De Maizière besucht Istanbul nach dem Anschlag
tagesthemen 22:25 Uhr, 13.01.2016, Michael Schramm, ARD Istanbul

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Attentäter war offenbar Flüchtling

Davutoglu erklärte, der Attentäter sei als Flüchtling in die Türkei gekommen. Er sei aber nicht beobachtet worden, weil er auf keiner Gefährderliste gestanden habe.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der nach dem Anschlag in die türkische Millionenmetropole gereist war, erklärte, dass "nach bisherigem Ermittlungsstand" keine Hinweise vorlägen, dass der Anschlag gezielt Deutschen gegolten habe.

"Ich sehe keinen Grund, von Reisen in die Türkei abzusehen", sagte er. Allerdings müssten die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachtet werden. Dort wird geraten, sich von größeren Menschenansammlungen fernzuhalten.

Michael Schramm, ARD Istanbul, mit Informationen zu den Festnahmen
tagesschau24 15:30 Uhr, 13.01.2016

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Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft

Unterdessen leitete die Bundesanwaltschaft wegen des Anschlags ein Ermittlungsverfahren ein. Das bestätigte die Behörde gegenüber der ARD in Karlsruhe. Dies geschieht bei Anschlägen im Ausland immer dann, wenn es den Verdacht eines terroristischen Hintergrundes und deutsche Opfer gibt. Zuletzt war dies nach den Anschlägen von Paris und am Strand von Tunesien der Fall. Der Schwerpunkt der Ermittlungen wird aber bei den türkischen Behörden liegen.

Inzwischen befinden sich auch vier Beamte des Bundeskriminalamts zur Unterstützung der Ermittlungen in Istanbul. Auch ein Kriseninterventionsteam des Auswärtigen Amts ist in die türkische Metropole gereist.

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