Polizei und Feuerwehr am Anschlagsort in Istanbul | Bildquelle: dpa

Ermittlungen in Istanbul Türkei bestätigt Festnahme eines Verdächtigen

Stand: 13.01.2016 11:00 Uhr

Nach dem Anschlag von Istanbul mit zehn Toten hat die türkische Polizei einen Verdächtigen gefasst. Das erklärte Innenminister Ala bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister de Maizière.

Nach dem tödlichen Terroranschlag in Istanbul ist ein Verdächtiger festgenommen worden. Das sagte der türkische Innenminister Efkan Ala bei einer Pressekonferenz mit seinem deutschen Amtskollegen Thomas de Maizière. Bei dem Anschlag vor der berühmten Blauen Moschee waren am Dienstag mindestens acht Deutsche und zwei weitere Personen getötet worden, 15 Menschen wurden verletzt. Die Türkei machte dafür die Terrormiliz Islamischer Staat verantwortlich. Der Attentäter war nach türkischen Angaben ein 28-jähriger Syrer. Er hatte sich gestern mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft gesprengt.

Die Deutschen gehörten zu einer Reisegruppe, die eine Drei-Länder-Tour eines Berliner Unternehmens "Lebenslust" gebucht hatte. Das Auswärtige Amt in Berlin kündigte gegenüber tagesschau.de an, sich am Mittag zu den neuesten Erkenntnissen zu äußern. Noch ist unklar, gegen wen sich der Terroranschlag in Istanbul richtete. Bislang liegt der Bundesregierung kein Hinweis vor, dass der Anschlag gezielt Deutschen galt.

Steckt der IS hinter dem Anschlag?

Noch nicht von türkischer Seite bestätigt ist die Festnahme von drei russischen Staatsbürger in Antalaya mit angeblichen Verbindungen zur Extremistenmiliz IS. Wie die russische Nachrichtenagentur RIA berichtete, bestätigte das russische Konsulat die Festnahmen. Demnach stellte die Polizei in deren Unterkunft auch zahlreiche Dokumente und CDs sicher, meldete die Dogan News Agency. Ob die Festnahmen in direktem Zusammenhang mit dem Anschlag von Istanbul stehen, ist noch unklar.

Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul, mit Informationen zum Anschlag
ARD-Morgenmagazin, 13.01.2016

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Der Selbstmordattentäter von Istanbul stammt offenbar aus Saudi-Arabien. Er sei im Königreich geboren worden, habe das Land aber bereits 1996 im Alter von acht Jahren mit seiner Familie verlassen, zitierte die arabische Tageszeitung "Al-Hayat" einen Sprecher des saudischen Innenministeriums. Der 27 Jahre alte Nabil Fadli habe die syrische Staatsbürgerschaft gehabt.

Kurz nach dem Anschlag hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan einen "Selbstmordattentäter syrischer Herkunft" für die Tat verantwortlich gemacht. Laut der türkischen Regierung hatte der 1988 geborene Täter einen Bezug zum IS und reiste erst kürzlich aus Syrien in die Türkei ein.

Mindestens acht Deutsche bei Anschlag in Istanbul getötet
tagesschau 12:00 Uhr, 13.01.2016, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Medien: Warnung des türkischen Geheimdienstes

Wie die Zeitung ""Hürriyet" berichtete, hatte der türkische Geheimdienst MIT vor Terrorangriffen unter anderem auf Touristen im Land gewarnt. Die Hinweise vom 17. Dezember und 4. Januar seien an Sicherheitsbehörden im ganzen Land gegangen. In den Warnungen habe es geheißen, IS-Attentäter seien ins Land eingedrungen und planten Selbstmordanschläge "auf in der Türkei lebende Nichtmuslime, Ausländer, Tourismusregionen, von ausländischen Besuchern stark frequentierte Orte oder auf Botschaften und Konsulate der entsprechenden Länder und auf NATO-Einrichtungen im Land".

Kostenlose Stornierungen für Touristen

Mehrere deutsche Reiseunternehmen räumten Kunden die Möglichkeit ein, ihre Türkei-Reisen kostelos zu stornieren. Jedes Jahr reisen etwa vier Millionen deutsche Touristen in die Türkei. "Das Jahr 2016 können wir wohl vergessen", zitierten örtliche Medien einen Fremdenverkehrsunternehmer. Das Auswärtige Amt passte seine Reisehinweise für die Türkei umgehend an und empfahl Touristen, große Menschenansammlungen zu meiden.

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