Polizist vor dem Nachtclub "Reina" | Bildquelle: AP

Terroranschlag in Istanbul Schwierige Jagd nach dem Täter

Stand: 03.01.2017 12:30 Uhr

Nach dem Anschlag auf eine Silvesterfeier im Istanbuler Nachtclub "Reina" sucht die Polizei weiter nach dem Angreifer. Sie veröffentlichte Fahndungsbilder eines Verdächtigen. Eine nächtliche Razzia blieb erfolglos.

Die Großfahndung der türkischen Polizei läuft weiter, doch nach dem Anschlag auf einen Istanbuler Nachtclub mit 39 Toten ist der Täter weiter nicht gefasst.

Fahndungsfoto des Hauptverdächtigen des Attentats von Istanbul | Bildquelle: dpa
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Die Polizei hat dieses Fahndungsfoto veröffentlicht.

Die Behörden veröffentlichten Fahndungsbilder des Verdächtigen, auf denen sein Gesicht klar zu erkennen ist. Auch Aufnahmen von Überwachungskameras wurden veröffentlicht.

Eine Razzia am späten Abend brachte offenbar keinen Erfolg. Zwar hätten Spezialkräfte am Montagabend nach einem anonymen Hinweis eine Wohnung im Stadtteil Zeytinburnu durchsucht, meldete der Fernsehsender Haber Türk. Journalisten der Nachrichtenagentur AP berichteten vor Ort, es habe keine Festnahmen gegeben. Gestern hatte die türkische Polizei acht Verdächtige festgenommen, nicht aber den Täter.

"Wir haben seine Fingerabdrücke"

Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus sprach im Fernsehen von schwierigen Ermittlungen, bei denen man vorsichtig mit Angaben sein müsse. "Wir haben bereits die Fingerabdrücke des Täters und wir wissen, wie er aussieht. Die Behörden arbeiten an der Identifizierung des Täters." Man hoffe, sehr bald nicht nur "diesen Terroristen" zu fassen, sondern auch seine möglichen Helfer, sagte Kurtulmus.

Mit ihrem Angriff in Istanbul hätten die Attentäter zeigen wollen, dass sie "weiterhin ein Albtraum für die Türkei" seien, sagte Kurtulmus. "Wir sagen ihnen Folgendes: Egal, wo ihr seid, wir werden euch jagen."

Dass es ein Kämpfer der IS-Terrormiliz war, der die Menschen - unter ihnen zwei Opfer aus Deutschland - im noblen Club am Bosporus getötet hat, gilt für die türkische Regierung seit dem im Internet aufgetauchten Bekennerschreiben als bewiesen. In dem Schreiben droht der IS der Türkei. Sie wird von der Terrororganisation als "Beschützerin des Kreuzes" bezeichnet, der Täter von Istanbul als "heldenhafter Soldat".

Ermittlungen nach dem Anschlag in Istanbul
tagesschau 12:00 Uhr, 03.01.2017, Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul

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Täter auf der Flucht - acht Verdächtige festgenommen

Türkische Medien berichten inzwischen über neue Details zum Anschlagshergang. Der Attentäter sei mit dem Taxi zum Nachtclub "Reina" gefahren und habe die letzten Meter zu Fuß zurückgelegt. Am Eingang erschoss er dann demnach einen Polizisten und einen Zivilisten, bevor er zunächst im oberen Stockwerk des Clubs wahllos auf Partygäste schoss. Später habe er dann im unteren Stockwerk weiter gemordet.

Der Täter habe im Umgang mit der Waffe professionell gewirkt, berichtet "Hürriyet Daily News". Insgesamt habe er 180 Schuss abgegeben und sechsmal das Magazin gewechselt. In der Küche des Clubs habe der Mann schließlich seine Kleidung gewechselt und dann die allgemeine Panik genutzt, um unerkannt zu entkommen. Auf seiner Flucht habe er kurz ein Taxi benutzt, dieses aber wieder verlassen, weil er in der Küche sein Bargeld liegengelassen habe. Dann entkam er unerkannt.

Attentäter aus Kirgistan oder Usbekistan

Türkische Zeitungen berichten zudem, es gebe Vermutungen, wonach der flüchtige Attentäter aus Kirgistan oder Usbekistan stamme. Die Zeitung "Habertürk" schreibt, der Täter gehöre zur Minderheit der Uiguren. Laut "Hürriyet" soll er in Syrien gekämpft und dann mit Frau und zwei Kindern ins anatolische Konya gezogen sein. Seine Frau sei unter den zwölf Verdächtigen, die bereits festgenommen wurden.

Die Ermittler schließen den Berichten zufolge nicht aus, dass der Mann mit der mutmaßlichen IS-Zelle zusammenhängt, die im vergangenen Juni den dreifachen Selbstmordanschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen mit 47 Toten verübt haben soll.

Mit Informationen von Michael Lehmann und Christian Buttkereit, beide ARD-Studio Istanbul.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Januar 2017 um 12:00 Uhr.

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