Ein Mann hält rote Blumen in den Händen. | Bildquelle: AFP

Anschlag auf Nachtclub Ein Deutscher unter den Todesopfern von Istanbul

Stand: 02.01.2017 11:51 Uhr

Unter den Toten des Anschlags in Istanbul ist mindestens ein Opfer aus Deutschland. Das teilte die Polizei Oberbayern Nord mit. Berichte über einen weiteren Toten aus der Region bestätigte die Polizei und die Kommunalbehörden bislang nicht.

Bei dem Anschlag auf einen Nachtclub in Istanbul ist mindestens ein Deutscher getötet worden. Dies teilte ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord mit. Demnach handelt es sich bei dem Erschossenen um einen um einen 26-jährigen Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech.

Die Polizei sei von dem türkischen Konsulat informiert worden, so der Sprecher weiter. Die Angehörigen seien bereits verständigt und auf dem Weg nach Istanbul, um den Toten zu identifizieren und die Formalitäten zu klären.

Es handele sich um einen deutschen Staatsbürger. Noch nicht bestätigt ist eine Meldung, wonach ein zweiter Mann aus der Stadt Landsberg bei dem Anschlag getötet wurde. Hierzu lägen noch keine Informationen vor, so ein Polizeisprecher gegenüber tagesschau.de. Ein Sprecher der Stadt sagte dem Bayerischen Rundfunk, entsprechende Hinweise stammten aus aus einer inoffiziellen Landsberger Facebook-Gruppe, die Opferlisten aus türkischen Medien gepostet hätten. Ihren Namen nach hätten beide Opfer türkische Wurzeln. Weitere Informationen finden Sie hier.

Michael Schramm, ARD Istanbul, zur Situation in Istanbul
tagesthemen 23:15 Uhr, 01.01.2017

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Ein Verletzter aus Dortmund

Bei dem Attentat in der Silvesternacht kamen mindestens 39 Menschen ums Leben. 38 von ihnen sind inzwischen identifiziert, mindestens 26 kamen aus dem Ausland, elf waren demnach türkische Staatsbürger. Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern.

Mindestens 69 Menschen wurden verletzt. Darunter befindet sich nach WDR-Informationen auch ein Mann aus Dortmund. Er sei in einer Notoperation gerettet worden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Zu der Tat bekannte sich inzwischen die Terrormiliz "Islamischer Staat". In einer im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, ein "Soldat des Kalifats" sei für die Tat verantwortlich.

Täter weiter auf der Flucht

Der Attentäter von Istanbul hatte laut türkischen Behörden früh am Neujahrstag zunächst einen Polizisten und einen Zivilisten erschossen und dann wahllos auf Partygäste im Club "Reina" geschossen. In dem auf der europäischen Seite von Istanbul gelegenen Club mit mehreren Restaurants und Tanzflächen hielten sich zu der Silvesterfeier bis zu 800 Menschen auf.

Der Schütze konnte flüchten. Die türkischen Sicherheitsbehörden fahnden mit einem Großaufgebot nach ihm.

Spur nach Zentralasien?

Türkische Zeitungen berichten, es gebe Vermutungen, wonach der flüchtige Attentäter aus Kirgistan oder Usbekistan stamme. Die Ermittler schließen den Berichten zufolge nicht aus, dass der Mann mit der mutmaßlichen IS-Zelle zusammenhängt, die im vergangenen Juni den dreifachen Selbstmordanschlag auf den Istanbuler Atatürk-Flughafen mit 47 Toten verübt haben soll.

Polizei und Geheimdienste in der Türkei hatten demnach vor Silvester Informationen über möglicherweise zum Jahreswechsel bevorstehende Anschläge in verschiedenen Städten erhalten. Im Dezember habe es in diesem Zusammenhang Razzien und Festnahmen gegeben. Am 30. Dezember sei dann eine Geheimdienstwarnung aus den USA über die Gefahr von IS-Anschlägen in Istanbul oder Ankara am kommenden Tag eingegangen.

Der Nachtclub "Reina"

Der schicke Istanbuler Nachtclub "Reina" ist eine Institution des Nachtlebens in der Bosporus-Metropole. Der direkt am Wasser unterhalb einer der drei großen Brücken über die Meerenge gelegene Club, der über mehrere Restaurants, Tanzflächen und eine zentrale Bar verfügt, ist seit seiner Eröffnung 2002 beim türkischen Jetset, Prominenten sowie ausländischen Touristen sehr angesagt.
Sowohl Fußballspieler als auch türkische Fernsehstars verkehren im "Reina", in das nur ein ausgewähltes, zahlungskräftiges Publikum gelassen wird. Die Partys in dem Club auf der europäischen Seite von Istanbul, von dem sich ein spektakulärer Blick über den Bosporus auf die Lichter der asiatischen Seite bietet, beginnen oft erst nach Mitternacht und enden zumeist in den frühen Morgenstunden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Januar 2017 um 11:00 Uhr.

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