Leck im Kühlsystem der ISS entdeckt

Leck im Kühlsystem der ISS entdeckt

Ammoniak entweicht ins All

Aus einem Leck im Kühlsystem der Internationalen Raumstation ISS entweicht Ammoniak ins All. Der für die ISS zuständige russische Experte Wladimir Solowjow sagte gegenüber der Agentur Interfax, es handle sich um ein "sehr ernstes" Problem. Das Leck muss nun in einem Außeneinsatz geschlossen werden. Dieser solle schon am Samstag stattfinden, erklärte der derzeitige ISS-Kommandant Chris Hadfield über den Internet-Dienst Twitter.

Weltraumstation ISS (Bildquelle: dapd)
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Die Crew der ISS ist laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa nicht in Gefahr.

Laut der US-Raumfahrtbehörde NASA muss das Energiesystem binnen 48 Stunden abgeschaltet werden, falls das Leck nicht repariert werden könne. Sowohl die NASA als auch Russlands Raumfahrtbehörde betonten allerdings, dass weder die Station noch die sechsköpfige Crew in Gefahr seien.

"Kleine weiße Flocken"

Die Astronauten hatten laut der NASA an Bord der ISS "kleine weißen Flocken" entdeckt, die auf das Ammoniak-Leck im Kühlkreislauf zurückgeführt werden konnten. Das giftige Gas wird auf der ISS zur Kühlung eines Stromkreislaufes genutzt.

Chris Hadfield, Kommandant der ISS (Bildquelle: REUTERS)
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Chris Hadfield - derzeit Kommandant der ISS. Foto: Archiv.

Wie aus russischen Raumfahrtkreisen verlautete, ist auch eine Verschiebung der in Kürze geplanten Rückkehr von drei Besatzungsmitgliedern möglich. Unklar ist bisher, ob es sich um dasselbe Leck handelt, das bei einem Außeneinsatz im November 2012 repariert werden sollte.

Zweiter Zwischenfall binnen zwei Wochen

Das Ammoniak-Leck ist bereits der zweite Zwischenfall an der ISS binnen zwei Wochen: Erst vor wenigen Tagen hatte ein winziger Splitter aus dem Weltraum ein Sonnensegel durchschlagen - ohne Folgen für die Station.

Stand: 11.05.2013 03:51 Uhr

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