Der Roboter "Cimon" ist auf dem Weg zur ISS | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX/Shutte

Auf dem Weg zur ISS Ein "Cyberkollege" für Gerst

Stand: 29.06.2018 15:56 Uhr

Eine SpaceX-Rakete ist auf dem Weg zur ISS - im Gepäck: Verpflegung, technisches Gerät und ein neuer Mitbewohner. Roboter "Cimon" soll Astronaut Gerst bei Experimenten unterstützen.

Mit dem kleinen Roboter "Cimon" (Crew Interactive Mobile Companion) an Bord ist der private Raumfrachter "Dragon" der Firma SpaceX zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. "Dragon" hob mit einer "Falcon 9"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ab, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Am Montag wird er auf der ISS erwartet.

Mit "Cimon" erhält die sechsköpfige ISS-Crew ein siebtes, mechanisches Besatzungsmitglied: "Cimon" ist etwa so groß wie ein Medizinball, hat einen Durchmesser von 32 Zentimetern und wiegt auf der Erde fünf Kilogramm. Er zeigt oft ein freundliches Gesicht auf seinem Display und soll den deutschen Astronauten Alexander Gerst unterstützen. Auch Gersts Lieblingsmusik hat er parat.

Eine SpaceX-Rakete | Bildquelle: AP
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SpaceX mit Nachschub und dem kleinen Roboter "Cimon" auf dem Weg zur ISS

"Verstehen", "hören", "sprechen"

Bei dem Roboter handelt es sich laut Deutschem Raumfahrtzentrum (DLR) um den weltweit ersten fliegenden und autonom agierenden Astronautenassistenten mit einer Künstlichen Intelligenz. "Cimon" kann mit seinen Kameras, Sensoren, Mikrofonen und Prozessoren nicht nur "sehen", "hören" und "verstehen" - er kann auch vielfältige Informationen sowie Experiment- und Reparaturanleitungen darstellen und erklären. Der Astronaut kann also mit seinen Händen Arbeiten verrichten und gleichzeitig den Cyberkollegen bitten, andere Aufgaben für ihn zu übernehmen.

"Captain Future" als Vorbild

Das robotische Vorbild für "Cimon" stammt laut DLR aus der Zeichentrickserie "Captain Future" in den 1980er-Jahren. Darin lebte das Gehirn von Professor Simon Wright, getrennt vom Körper, aber recht mobil in einem Spezialbehälter.

Der Roboter "Cimon" ist auf dem Weg zur ISS | Bildquelle: AP
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Fliegendes Helferlein «Cimon» auf dem Weg zu ISS-Astronaut Gerst

Auf der "Horizons"-Mission von Gerst wird das System nun erstmalig eingesetzt und getestet. Das DLR will damit Künstliche Intelligenz im All testen. Später könne die Technik auch in der Medizin genutzt werden.

Pflanzen-Messen aus dem All

Der Raumfrachter "Dragon" hat auch das Messgerät "Ecostress" an Bord, mit dem die NASA von der ISS aus den Zustand von Pflanzen auf der Erde ermitteln will. Das System soll nach NASA-Angaben die bislang genauesten Temperaturbilder der Erdoberfläche liefern.

Die Auflösung sei so hoch, dass ein einzelnes landwirtschaftliches Feld erfasst werden könne. In den kommenden Monaten soll "Ecostress" Daten von verschiedensten Gegenden der Erde sammeln und zeigen, welche Temperatur bestimmte bewachsene Gebiete haben - und wie sich diese ändert. Die Forscher wollen unter anderem verstehen, wie Wasserknappheit die Pflanzen beeinflusst.

Insgesamt hat der Frachter "Dragon" rund 2700 Kilogramm Verpflegung und Material für wissenschaftliche Experimente dabei. Es ist bereits der 15. Versorgungsflug des von der Firma SpaceX betriebenen Frachters.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juni 2018 um 15:00 Uhr.

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