Israel will in Gilo, am Südrand von Jerusalem, weitere Wohnungen bauen.  (Bildquelle: AFP)

Neue Wohnungen im Süden Jerusalems geplant Israel treibt umstrittenen Siedlungsbau voran

Stand: 25.12.2012 09:07 Uhr

Allen internationalen Protesten zum Trotz setzt Israel seine Siedlungspolitik in den Palästinensergebieten fort. 940 Wohnungen sollen in Gilo am Südrand von Jerusalem entstehen, wie der israelische Rundfunk berichtete. Ein Planungskomitee habe grünes Licht gegeben, eine endgültige Billigung stehe aber noch aus. Die Nichtregierungsopposition "Peace Now" sprach sogar von 1.200 Wohnungen.

Gilo liegt auf dem Gebiet des 1967 besetzten Westjordanlands, Israel betrachtet das Viertel jedoch als integralen Teil seiner Hauptstadt. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Behörden den Bau von Tausenden Wohnungen in Siedlungen von Ost-Jerusalem sowie im Westjordanland genehmigt oder ausgeschrieben.

Auch eine Universität soll entstehen

Verteidigungsminister Ehud Barak billigte jetzt auch den Schritt, im besetzten Westjordanland eine erste Universität einzurichten. Die Akademie in der Siedlung Ariel werde als eigenständige Hochschule aufgewertet, teilte das Ministerium mit. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte die Entscheidung, "nach Jahrzehnten eine weitere Universität in Israel" zu gründen. Ariel ist eine der größten jüdischen Siedlungen im Westjordanland.

Mehr als 340.000 jüdische Siedler leben im Westjordanland und mehr als 200.000 in Ost-Jerusalem. Israel betrachtet Jerusalem als seine "unteilbare" Hauptstadt, während die Palästinenser den Osten der Stadt zur Hauptstadt eines eigenen Staates machen wollen.

Karte: Israel, Jerusalem
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Gilo liegt am am Südrand von Jerusalem.

Die Staatengemeinschaft erkennt die Annexion Ost-Jerusalems nicht an und betrachtet die jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten als illegal. Am vergangenen Mittwoch hatten alle Mitglieder des UN-Sicherheitsrats mit Ausnahme der USA von Israel einen Verzicht auf den Bau weiterer Siedlungen in den palästinensischen Gebieten verlangt.

Ein Ring jüdischer Siedlungen rund um Ostjerusalem

Kritiker der israelischen Siedlungsbaupolitik sehen hinter den Projekten die Taktik Israels, einen durchgehenden Ring aus jüdischen Siedlungen rund um das arabische Ostjerusalem zu bauen und somit eine Aufteilung der Stadt im Fall einer Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israelis und Palästinensern unmöglich zu machen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Dezember 2012 um 13:35 Uhr.

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