Jüdischer Supermarkt in der Siedlung Bei Horon: Nach einem Messerangriff starb eine Israelin | Bildquelle: REUTERS

Angriff in jüdischem Supermarkt Verletzte Israelin stirbt nach Messerattacke

Stand: 27.01.2016 04:26 Uhr

Einen Tag nach einem Angriff auf einen jüdischen Supermarkt im Westjordanland ist eine 23-jährige Israelin an ihren Verletzungen gestorben. Am Montag waren zwei Palästinenser in den Markt eingedrungen und hatten mit Messern auf Kunden eingestochen.

Eine 23-jährige Israelin aus dem Westjordanland ist nach dem Messerangriff zweier Palästinenser an ihren schweren Verletzungen gestorben. Dies teilten die behandelnde Klinik und die Polizei mit.

Die beiden Angreifer gingen nach Darstellung der Polizei am Montag mit Messern bewaffnet in einen kleinen Supermarkt der jüdischen Siedlung Beit Horon und stachen dort auf Kunden ein. Beide wurden von einem Wachmann erschossen. Eine zweite Frau, die bei dem Angriff leicht verletzt worden war, wird demnach noch in einem anderen Krankenhaus behandelt.

Fast 200 Tote in vier Monaten

Seit vier Monaten gibt es fast täglich ähnliche Angriffe, seitdem wurden bei mit Messern, Autos oder Schusswaffen verübten Angriffen von Palästinensern insgesamt 25 Israelis, ein US-Bürger und ein Eritreer getötet. Im gleichen Zeitraum wurden 159 Palästinenser von israelischen Polizisten und Soldaten erschossen, die meisten von ihnen, nachdem sie nach israelischer Darstellung Angriffe verübt hatten. Der Angriff im Supermarkt am Montag war bereits das dritte Attentat in einer jüdischen Siedlung innerhalb von zehn Tagen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu steht unter Druck, weil seine Regierung kein Mittel zur Eindämmung der Gewalt findet. Laut einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hat Netanyahu die Armee angewiesen, ihm einen "umfassenden Plan" vorzulegen, wie die Sicherheitsvorkehrungen in den Siedlungen verbessert werden können.

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