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Israel will offenbar zwei Kriegsschiffe aus Deutschland haben und hofft auf eine komplette Finanzierung durch den deutschen Staat. Mit den Schiffen wolle das Land "für künftige Kriege bereit sein". Die deutsche Werft Blohm&Voss bestätigte gegenüber tagesschau.de eine israelische Anfrage, wollte sich zu den Details aber mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.
Von Clemens Verenkotte, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv
Der israelische Generalstab hat nach Angaben der Tageszeitung "Ma'ariv" die Verhandlungen der israelischen Marine mit der Hamburger Werft Blohm&Voss über die Lieferung von zwei modernen Kriegsschiffen genehmigt.
Bei den Schiffen handele es sich um sogenannte Mehrzweckkorvetten, die vom gegnerischen Radar schwer auszumachen seien. Das israelische Verteidigungsministerium wolle die Pläne für die Schiffsbauten von dem deutschen Unternehmen erwerben, wie es bei "Ma'ariv" unter Berufung auf israelische Militärkreise weiter hieß. Es sei noch keine Entscheidung getroffen worden, ob die Schiffe dann anschließend in Israel gebaut würden oder in deutschen Werften.
[Bildunterschrift: Dock der Blohm & Voss-Werft in Hamburg. ]
Mit einer Auslieferung der beiden Boote, die größer als das bisherige Flaggschiff der israelischen Marine, die "Hanit", sein würden, werde für das Jahr 2014 gerechnet. Die israelische Marine beabsichtige, die beiden neuen Kriegsschiffe unter anderem mit Raketenabwehrsystemen des Typs "Barak 8" sowie mit weitreichenden Radaranlagen zu bestücken, um - so heißt es in "Ma'ariv" wörtlich, "für künftige Kriege bereit zu sein".
Zugleich planten die israelischen Streitkräfte, an Bord der beiden Schiffe Raketenabwehrbatterien vom Typ Arrow zu installieren, die der Abwehr von ballistischen Mittelstreckenraketen dienen. Somit würde Israel einen Teil der Raketenabwehr erstmals vom Land aufs Meer verlegen können und wäre damit im Falle von feindlichen Angriffen weniger verwundbar.
Die israelischen und amerikanischen Streitkräfte halten derzeit die bislang größte gemeinsame Raketenabwehrübung in Israel ab – geprobt wird die Abwehr von iranischen Mittelstreckenraketen. An der Militärübung nehmen unter anderem 17 US-Kriegsschiffe teil, die mit vergleichbaren Waffensystemen ausgerüstet sind, über die Israel durch den geplanten Erwerb der beiden deutschen Korvetten in einigen Jahren gleichermaßen verfügen will.
Der Kommandeur der israelischen Luftwaffe, Brigadegeneral Doron Gavish, erklärte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der amerikanischen Marine in Tel Aviv, Israels Streitkräfte könnten das Land und die Bevölkerung vor feindlichen Angriffen schützen. Allerdings: "Sollte jedoch entschieden werden, verstärkt durch die Fähigkeiten der Vereinigten Staaten, werden wir das weltweit leistungsfähigste Luftabwehrsystem in Stellung bringen, Schulter an Schulter, um Israel vor einem Raketenangriff zu schützen, unsere Menschen und Häuser."
Die israelische Marine und das Verteidigungsministerium hätten bislang noch keine Angaben gemacht, wie der geplante Rüstungsauftrag mit dem deutschen Unternehmen in einem Volumen von schätzungsweise 400 bis 500 Millionen Euro finanziert werden würde, berichtet "Ma'ariv". Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Rüstungslieferungen an Israel entweder vollständig oder teilfinanziert. Dazu gehören unter anderem die U-Boot-Lieferungen der Howaldtswerke-Deutsche Werft, bei denen Berlin die drei ersten U-Boote der israelischen Marine kostenlos zur Verfügung stellte.
Derzeit habe sich die israelische Regierung bei der Finanzierung eines sechsten U-Boots erneut an die Bundesregierung mit der Bitte um Mitfinanzierung gewandt, berichtete die US-amerikanische Nachrichtenagentur UPI.
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