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23.02.2012

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Ausland
Israel und Deutschland: eine einzigartige Freundschaft
Israel zum Holocaust-Gedenktag

Der Weg zurück zu einer einzigartigen Freundschaft

Der Holocaust hat Deutschland und Israel auf einzigartige Weise miteinander verbunden. Das zeigen die vielen Deutschen, die in Israel ein freiwilliges soziales Jahr absolvieren - und das zeigt auch das "Junge Philharmonische Orchester Jerusalem-Weimar". In Berlin leben inzwischen 15.000 Israelis.

Von Sebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

In der Musik wird das Ineinander und Miteinander Deutschlands und Israels hörbar. 35 Israelis und 35 Deutsche sprechen zwei Stunden lang eine Sprache: die ihrer Instrumente. Sie sitzen bunt gemischt auf der Bühne. Im Tel Aviver Konzertsaal lässt sich kaum ausmachen, wer hier aus Israel stammt und wer aus Deutschland. Bei ihrer ersten Begegnung besuchten die Musikstudenten aus Weimar und Jerusalem die KZ-Gedenkstätte in Buchenwald, beim Gegenbesuch die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vashem in Jerusalem. Sie wissen um die Besonderheit ihres "Jungen Philharmonischen Orchesters Jerusalem-Weimar".

Audio: Holocaust-Gedenktag in Israel

AudioSebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv 27.01.2012 11:30 | 3'36
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"Gemeinsam große Dinge hervorgebracht"

Für die Jerusalemer Akademie für Musik und Tanz leitet Professor Michael Wolpe das deutsch-israelische Projekt. "Die Zusammenarbeit betont zum einen die Tatsache, dass sich das deutsche und das jüdische Volk gegenseitig sehr beeinflusst und gemeinsam großartige Dinge hervorgebracht haben", meint der Professor. Zum anderen betone sie den Willen, diese Beziehung hervorzuheben und dorthin zurückzuführen, wo sie vor dem Holocaust stand.

Die Verbindungen zwischen Deutschland und Israel reichen in die feinsten Verästelungen des Lebens: politisch, wirtschaftlich, militärisch, kulturell, sportlich, in den Wissenschaften und im sozialen Bereich. Die deutsch-israelische Verbindung erwuchs aus dem Gedenken an die Schoah – und ist heute im Leben beider Länder allgegenwärtig. Ja, manchmal scheint es – aus deutscher Perspektive – als sei Israel das 17. Bundesland Deutschlands. So intensiv ist das Gefühl der Verpflichtung gegenüber Israel, so stark ist die Anziehungskraft, die von Israel ausgeht. So viele Hilfsgelder fließen nach Israel.

Anziehungskraft zwischen Tätern und Opfern

Und es wirkt tatsächlich eine eigenartige gegenseitige Anziehungskraft zwischen dem Volk der Täter und dem Volk der Opfer. Oder warum leben heute 15.000 Israelis in Berlin? Und warum sind 80 Prozent der ausländischen Sozial-Volontäre in Israel Deutsche? Politisch formuliert geht es hier nicht um Anziehungskräfte, sondern um die "Verantwortung" der Deutschen gegenüber dem Volk, das sie einst auslöschen wollten.

Peres und Merkel (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Peres und Merkel setzen sich für die deutsch-israelische Freundschaft ein. ]
Das glaubt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes. Das heißt, die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar."

In Israel ist dieser Versuch der Deutschen, den Juden die Hand zur Versöhnung zu reichen, anerkannt worden. Stellvertretend für sein Volk formulierte es Staatspräsident Schimon Peres am 27. Januar 2010, dem Holocaust-Gedenktag, im Bundestag so: "Wir haben geglaubt und glauben weiterhin, dass das neue Deutschland alles tun wird, was nötig ist, um sicherzustellen, dass der jüdische Staat nie wieder allein für sein Überleben kämpfen muss."

Das Credo, das Israels Präsident Peres im Deutschen Bundestag den Deutschen nahe legte, haben diese bislang gewissenhaft nachgesprochen und erfüllt. Israel ist nicht das 17. Bundesland Deutschlands. Und doch hat es manchmal den Anschein.

Hintergrund:

Blumen und Kerzen liegen auf einer Gedenktafel in Auschwitz (Foto: REUTERS)
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Stand: 27.01.2012 13:05 Uhr
 

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