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Militante Gruppen im Gazastreifen haben nach Angaben der radikalislamischen Hamas offenbar unter Vermittlung Ägyptens Israel einen Waffenstillstand angeboten. Wenn Israel positiv auf das Angebot reagiere, könnte die Waffenruhe noch am Sonntagabend beginnen, sagte Ahmed Yousef von der im Gazastreifen herrschenden Hamas der Nachrichtenagentur dpa. Alle Palästinenser-Fraktionen hätten sich bereiterklärt, den Beschuss des israelischen Grenzgebiets mit Raketen einzustellen, wenn Israel sich seinerseits verpflichte, keine Luftangriffe mehr auf den Gazastreifen zu fliegen. Die Hamas hatte in den vergangenen Tagen bestritten, für Raketenangriffe auf Südisrael verantwortlich zu sein.
Von israelischer Seite lag dazu zunächst keine Stellungnahme vor. ARD-Korrespondent Richard C. Schneider bezweifelte jedoch, dass Israel das Angebot annimmt. Die israelische Bevölkerung wolle die Gefahr für Südisrael gebannt wissen, sagte er in der Tagesschau.
Am vierten Tag in Folge waren zuvor erneut Raketen aus dem Gazastreifen im Süden Israels eingeschlagen. Todesopfer oder Schäden gab es laut israelischer Armee nicht. Zudem schlugen laut ägyptischem Staatsfernsehen zwei Raketen aus dem Gazastreifen in Ägypten ein. Offenbar sollten sie einen nahegelegenen israelischen Stützpunkt treffen. Bei einem israelischen Luftangriff auf das palästinensische Gebiet wurden Augenzeugen zufolge zwei Menschen leicht verletzt.
Die jüngste Eskalation hatte am Donnerstag begonnen, als militante Palästinenser Anschläge auf israelische Fahrzeuge entlang der Grenze zu Ägypten verübten. Dabei waren acht Menschen ums Leben gekommen. Seit Donnerstag gingen nach einem israelischen Vergeltungsschlag mehr als 100 palästinensische Raketen und Mörsergranaten im südlichen Israel nieder. Dabei wurde am Samstag ein Israeli getötet, zwei weitere wurden schwer verletzt. Bei israelischen Luftangriffen wurden in Gaza 15 Menschen getötet - überwiegend militante Kämpfer, aber auch Zivilisten.
Die Arabische Liga verurteilte bei einer Sondersitzung in Kairo die jüngsten Angriffe Israels auf den Gazastreifen. Die Vereinten Nationen müssten Maßnahmen zu ergreifen, "um Israels Offensive im Gazastreifen zu stoppen".
[Bildunterschrift: Israels Verteidigungsminister Barak äußerte sein "Bedauern" über den Tod der fünf Polizisten. ]
Unterdessen führte der Tod ägyptischer Grenzpolizisten zur schwersten diplomatischen Krise zwischen Israel und Ägypten seit dem Sturz von Machthaber Husni Mubarak. Die Übergangsregierung in Kairo bezeichnete die Reaktion des Nachbarlands Israel auf den Vorfall am Sonntag als unzureichend. Unklar war, ob Ägypten tatsächlich wie angedroht seinen Botschafter aus Israel zurückberuft.
In Kairo protestierten wie schon in den Tagen zuvor Hunderte Ägypter vor der israelischen Botschaft. Ein Demonstrant erklomm das mehrstöckige Gebäude und tauschte die israelische Fahne gegen die ägyptische aus.
Die fünf Grenzpolizisten waren am Donnerstag unter noch ungeklärten Umständen getötet worden. MENA hatte gemeldet, dass die Polizisten durch die Rakete eines israelischen Hubschraubers getötet wurden. Der Angriff galt demnach eigentlich einer Gruppe Bewaffneter, die an der Anschlagsserie am Donnerstag beteiligt waren.
Ägypten war der erste und bis zum Friedensschluss mit Jordanien 1994 der einzige arabische Staat, der einen Vertrag mit Israel unterzeichnete. Seit dem Sturz Mubaraks durch einen Volksaufstand wirft Israel dem Nachbarland vor, beim Grenzschutz nachgelassen zu haben. Dem Friedensvertrag zufolge darf Ägypten nur eine bestimmte Zahl von Sicherheitskräften auf der Halbinsel Sinai stationieren.
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