Am Tempelberg werden die letzten Sicherheitsvorrichtungen abgebaut | Bildquelle: AFP

Jerusalem Alle Sicherheitsvorrichtungen am Tempelberg abgebaut

Stand: 27.07.2017 11:13 Uhr

Israel kommt den Muslimen weiter entgegen und baut alle Sicherheitsvorrichtungen am Tempelberg ab. Aus Sicht der Muslime ist damit der Status quo an der heiligen Stätte wiederhergestellt. Palästinenserpräsident Abbas rief die Gläubigen zur Rückkehr zum Tempelberg auf.

Israel hat nach eigenen Angaben die umstrittenen Sicherheitsvorrichtungen am Tempelberg in Jerusalem wieder vollständig entfernt. Eine Metallbrücke wurde ebenso abgebaut wie Geländer, die jüngst an Zugängen zu der Anhöhe installiert worden waren. Somit stehen um den Tempelberg keine Metallbarrieren oder Kameras mehr - die Zugangskontrollen entsprächen nun wieder dem Stand vor dem Anschlag auf israelische Polizisten am 14. Juli. Tausende Palästinenser feierten auf den Straßen. Einige zündeten Feuerwerk.

Israel entfernt umstrittene Sicherheitsvorkehrungen auf dem Tempelberg
tagesschau 12:00 Uhr, 27.07.2017

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Führende muslimische Glaubensvertreter empfahlen den Gläubigen inzwischen, für Gebete wieder zum Tempelberg zu gehen. Bereits die Nachmittagsgebete sollten wieder in der Al-Aksa-Moschee abgehalten werden, wie der Vorsitzende des Obersten Islamischen Komitees in Jerusalem, Ikrema Sabri, ankündigte. Gemeinsam mit weiteren muslimischen Geistlichen rief er die Menschen in der Umgebung auf, "massenhaft" in die Moschee zu kommen.

Auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas rief die Muslime zur Rückkehr zum Tempelberg auf. Er begrüßte die Entwicklungen, betonte aber vor Dringlichkeitsberatungen: "Es ist noch nicht vorbei." Ob er nun eine Wiederaufnahme der vor einer Woche abgebrochenen Beziehungen mit Israel anordnen wird, ist aber noch unbekannt.

Palästinenser feiern am Löwentor, dem Haupteingang zur Al-Aksa-Moschee. | Bildquelle: AFP
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Palästinenser feiern den Abbau der Sicherheitsvorrichtungen am Löwentor, dem Haupteingang zur Al-Aksa-Moschee.

Hamas spricht von "historischem Sieg"

Gerade wegen der bevorstehenden Freitagsgebete hatte es Sorgen vor erneuten Zusammenstößen gegeben. Die rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah hatten zuvor für diesen Freitag zu neuen Protesten gegen Israel aufgerufen. Die Fatah von Präsident Abbas forderte einen "Tag des Zorns in ganz Palästina", während die im Gazastreifen regierende Hamas zu Demonstrationen im Westjordanland aufrief.

Es war zunächst unklar, ob die Organisationen ihren Aufruf nach den Entwicklungen zurückziehen wollten. Einer der Anführer der Hamas schrieb auf Twitter, die Palästinenser hätten durch Israels Entfernen der Sicherheitsvorkehrungen einen "historischen Sieg" errungen. Auch in der Erklärung der muslimischen Anführer war von einem "Sieg" die Rede.

Unruhen seit zwei Wochen

Israel hatte nach einem tödlichen Anschlag arabischer Attentäter auf Polizisten am 14. Juli unter anderem Kontrollen von muslimischen Gläubigen mit Metalldetektoren angeordnet. Die Palästinenser protestierten dagegen, weil sie dies als Versuch Israels werteten, mehr Kontrolle über die heilige Stätte zu bekommen. Die Palästinenser-Regierung hatte aus Protest alle Kontakte zu Israel ausgesetzt.

Betende Muslime in Jerusalem | Bildquelle: AFP
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Muslime beten außerhalb des Tempelbergs

Israel ließ die Metalldetektoren am Dienstag wieder abbauen, nachdem bei Unruhen vier Palästinenser getötet und mehrere Hundert verletzt worden waren. Ein Palästinenser hatte im Westjordanland drei Mitglieder einer jüdischen Siedlerfamilie erstochen.

Am Mittwochabend hatten nach Medienberichten rund 30.000 Muslime an Gebeten außerhalb des Tempelbergs teilgenommen. Die Palästinenser boykottierten wegen der israelische Kontrollmaßnahmen die Stätte, die Juden und Muslimen heilig ist, und beteten stattdessen auf den Straßen in der Umgebung.

Tempelbergkrise gelöst? Muslime wollen heilige Stätten wieder betreten
Benjamin Hammer, ARD Tel Aviv
27.07.2017 13:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 27. Juli 2017 um 09:00 Uhr.

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