Syrien droht Israel nach Angriff auf Damaskus

Dieses Bild der staatlichen syrischen Agentur Sana soll Zerstörungen nach dem Raketenangriff Israels zeigen. (Bildquelle: dpa)

Nach Luftangriffen auf Damaskus

Syrien droht Israel

In den Bürgerkrieg in Syrien werden immer mehr Nachbarländer hineingezogen. Auch die Spannungen zwischen Israel und Syrien nehmen zu. Nach zwei nächtlichen Bombardements auf den Großraum der Hauptstadt Damaskus drohte die syrische Führung Israel mit Reaktionen.

Die Luftangriffe hätten "die Tür zu allen Möglichkeiten weit geöffnet", sagte Informationsminister Omran al-Subi in Damaskus. Syrien habe das Recht und die Pflicht, das Land und sein Volk "mit allen Mitteln" vor Angriffen zu schützen. Zuvor hatte das syrische Kabinett über die Angriffe beraten. Das Außenministerium schickte ein Schreiben an den UN-Sicherheitsrat und den UN-Generalsekretär mit einer Aufforderung zum Handeln.

Israelische Kampfflugzeuge hätten Luftschläge auf drei Armeestützpunkte in und um Damaskus verübt, hieß es nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur Sana in dem Schreiben. Es habe zahlreiche Todesopfer und Verletzte gegeben. Auch nahe gelegene Wohngebiete seien von den Angriffen betroffen. Mit den Attacken habe Israel den "terroristischen Gruppen" in Syrien direkte militärische Unterstützung gegeben.

Syrien droht Israel nach Luftangriffen auf Damaskus
ARD-Morgenmagazin, 06.05.2013, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Arabische Liga und Ägypten warnen

Die Arabische Liga warnte vor ernsten Konsequenzen für die Region. "Das ist ein ernster Verstoß gegen die Souveränität eines arabischen Landes", sagte Generalsekretär Nabil al-Arabi mit Blick auf die Luftschläge. Die regionale Sicherheit und Stabilität werde dadurch massiv gefährdet. Auch er forderte die Vereinten Nationen zum Handeln auf.

Ägypten verurteilte ebenfalls die Luftangriffe Israels auf Syrien. Sie seien eine Verletzung des internationalen Rechts und würden den Bürgerkrieg in Syrien verkomplizieren, ließ Präsident Mohammed Mursi durch sein Büro mitteilen. Ägypten lehne zwar nachdrücklich das Blutvergießen und den Einsatz des syrischen Militärs gegen die eigene Bevölkerung ab. Man verurteile jedoch auch die Verletzung der syrischen Souveränität und den Versuch, die derzeitige Krise im Land für andere Zwecke zu nutzen, teilte Mursi mit. Die Angriffe Israels seien eine Zerreißprobe für die internationale Gemeinschaft.

UN-Generalsekretär besorgt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich in einer ersten Reaktion besorgt über die Berichte. "Die Vereinten Nationen kennen keine Einzelheiten der berichteten Ereignisse und können auch nicht unabhängig überprüfen, was passiert ist", sagte Ban. Er rief alle Seiten zu höchstmöglicher Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine Eskalation des bereits jetzt "verheerenden und sehr gefährlichen" Konflikts zu verhindern.

Israel nach mutmaßlichen Angriffen auf Syrien
T. Teichmann, ARD Tel Aviv
05.05.2013 16:45 Uhr

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US-Präsident Barack Obama sprach Israel ausdrücklich das Recht zu, sich vor der libanesischen Hisbollah zu schützen. Das geht aus einem Interview des Präsidenten mit dem spanischsprachigen Sender Telemundo hervor, das NBC News am Sonntag in Auszügen veröffentlichte. "Was ich schon in der Vergangenheit gesagt habe und was ich auch weiterhin glaube, ist, dass die Israelis sich berechtigterweise vor dem Transfer moderner Waffen an terroristische Organisationen wie die Hisbollah schützen müssen", sagte Obama demnach am Samstag. Die Hisbollah habe wiederholt mit Angriffen bis nach Tel Aviv gedroht, sagte Obama.

Iranische Raketen für Hisbollah im Visier

Am Morgen hatte Israel zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage Ziele im Großraum von Damaskus angegriffen. Die Hauptstadt wurde stundenlang von schweren Explosionen erschüttert. Aus westlichen Geheimdienstkreisen verlautete, der Angriff habe einer Raketenlieferung aus dem Iran an die islamistische Hisbollah gegolten.

Bereits am Freitag gab es einen ähnlichen Luftangriff. Die Regierung in Jerusalem ist besorgt, dass Präzisionsraketen in die Hände von Hisbollah-Kämpfern gelangen könnten, die damit den Großraum Tel Aviv treffen könnten. Bereits vor sieben Jahren hatte der jüdische Staat einen Krieg gegen die Hisbollah im Libanon geführt.

Israel baut Raketenabwehr im Norden auf

Die israelische Armee stationierte zwei Raketenabwehrsystem im Norden des Landes. Eine Militärsprecherin sagte, zwei Batterien des Systems "Iron Dome" (Eisenkuppel) seien in Position gebracht worden. Es handele sich um eine Routinemaßnahme, die nach "operativen Einschätzungen" erfolgt sei.

Zudem wurde der im Norden des Landes für zivile Flugzeuge gesperrt. Das berichtete der israelische Rundfunk. Die israelische Fluggesellschaft Arkia kündigte an, alle Flüge aus der nördlichen Hafenstadt Haifa nach Eilat am Roten Meer im Süden des Landes auszusetzen. Eine israelische Militärsprecherin wollte dazu keine näheren Details geben und verwies lediglich auf die Zusammenarbeit zwischen der Zivilluftfahrt, der Luftwaffe und der Flughafenbehörde in Israel bei der Lagebeurteilung.

Stand: 06.05.2013 00:25 Uhr

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