Elor Asaria | Bildquelle: AFP

Palästinenser getötet Eineinhalb Jahre Haft für israelischen Soldaten

Stand: 21.02.2017 13:28 Uhr

Vor knapp einem Jahr tötete der israelische Soldat Elor Azaria einen verletzten palästinensischen Attentäter. Nun hat ein Militärgericht ihn zu 18 Monaten Haft verurteilt. Der Fall spaltet Israel.

Wegen der Tötung eines verletzt am Boden liegenden Palästinensers ist der israelische Soldat Elor Asaria zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Militärgericht in Tel Aviv hatte Azaria im Januar des Totschlags schuldig gesprochen. Nun gab es das Strafmaß bekannt.

Azaria hatte im März 2016 in Hebron im Westjordanland einen verletzt am Boden liegenden Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Die Tat wurde von einem Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Betselem gefilmt. Der Mann war zuvor mit einem Komplizen mit Messern auf einen Soldaten losgegangen. Der zweite Attentäter war während des Angriffs erschossen worden.

Mildes Strafmaß in Todschlagprozess spaltet Israel
nachtmagazin 00:15 Uhr, 22.02.2017, Mike Lingenfelser, ARD Tel Aviv

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Keine einstimmige Entscheidung

Er habe sich damit "zum Richter und zum Henker gemacht", hieß es im Urteil des Militärgerichts. Die vorsitzende Richterin sagte, Azaria habe mit seiner Tat den Wert menschlichen Lebens missachtet. Die Entscheidung sei allerdings nicht einstimmig gefallen. Einer der Richter hätte fünf Jahre Haft verlangt. Auch die Militärstaatsanwaltschaft hatte zwischen drei und fünf Jahre Haft gefordert. Azarias Verteidigung plädierte auf Freispruch. Sie kündigte an, Berufung einzulegen. Die gesetzliche Höchststrafe liegt bei 20 Jahren.

Azaria gab während des Prozesses an, er habe aus Sorge gehandelt, der 21-jährige Attentäter könnte einen Sprengstoffgürtel tragen und diesen zur Explosion bringen. Das Gericht schenkte dieser Darstellung jedoch keinen Glauben. Es urteilte vielmehr, Asaria habe Rache für einen bei dem Anschlag verletzten Kameraden üben wollen.

Im israelischen Fernsehen hieß es, Azaria werde von den 18 Monaten voraussichtlich ein Jahr im Gefängnis verbüßen. Als ausgezeichneter Soldat könne ihm ein Teil der Strafe erlassen werden.

Für Mitglieder der rechtsnationalen Regierung kommt jetzt nur noch Begnadigung in Frage: Azaria dürfe keinen Tag länger im Gefängnis sitzen, verlangte Kulturministerin Regev. Sie forderte den Generalstabschef auf, Azaria sofort zu begnadigen.

Fall spaltet das Land

Israelis demonstrieren während der Urteilsverkündung für den Soldaten Asaria | Bildquelle: REUTERS
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Vor dem Militär-Hauptquartier hält ein Demonstrant ein Plakat mit der Aufschrift "Tod den Terroristen" in die Höhe.

Der Fall spaltet Israel. Militäroffiziere, die bei der Tat ethische Regeln verletzt sahen, verbuchten den Schuldspruch gegen Azaria als Erfolg. Mehrere Politiker, darunter auch Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, hatten sich hingegen für Azarias Begnadigung ausgesprochen. In Israel ist der Militärdienst verpflichtend, junge Soldaten genießen große Anerkennung.

Dutzende Anhänger Azarias demonstrierten während der Verkündung des Strafmaßes vor dem Militär-Hauptquartier in Tel Aviv und forderten seine Freilassung. "Tod den Terroristen", riefen einige in Sprechchören. Viele Palästinenser halten das Strafmaß für zu gering. Der politische Aktivist Issa Amro sagte im Nachrichtensender Al-Dschasira: "Die israelische Justiz unterstützt die Besatzung. Diesen Fall haben sie verfolgt, weil ein palästinensischer Menschenrechtler, die Tötung filmte. Wir haben viele solcher Fälle."

Soldat zu 18 Monaten Haft verurteilt
Torsten Teichmann, ARD Tel Aviv
21.02.2017 13:22 Uhr

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Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Tel Aviv

Über dieses Thema berichtete NDR Info im Mittagsmagazin am 21. Februar 2017 um 13:00 Uhr

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